FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Restitution in Deutschland :
Limbach-Kommission übt Selbst- und Staatskritik

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Wird die Reform des Verfahrens für Anträge auf Rückgabe von Raubkunstwerken nur wegen dieses einen Bildes ins Werk gesetzt? Der Freistaat Bayern weigerte sich, der Einschaltung der Beratenden Kommission im Fall von Picassos Porträt der „Madame Soler“ aus dem Jahr 1903 zuzustimmen.
Wird die Reform des Verfahrens für Anträge auf Rückgabe von Raubkunstwerken nur wegen dieses einen Bildes ins Werk gesetzt? Der Freistaat Bayern weigerte sich, der Einschaltung der Beratenden Kommission im Fall von Picassos Porträt der „Madame Soler“ aus dem Jahr 1903 zuzustimmen.Picture Alliance/VG Bild-Kunst, 2024

Dringender Reformbedarf: Kurz vor ihrem zwanzigsten Jubiläum tritt die Beratende Kommission für NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut mit weitreichenden Forderungen an die Öffentlichkeit.

In der Politik blitzen prophylaktische Eingeständnisse meist dann auf, wenn es absehbar bald brennen wird und die Ausweitung eines Flächenfeuers in letzter Minute verhindert werden soll. Soeben veröffentlichte die sogenannte Limbach-Kommission ein Memorandum, in dem sie eigene Fehler und Mängel einräumt – und dies wenige Tage vor ihrer Festveranstaltung zum zwanzigjährigen Bestehen am 14. September. Die Kommission, die in Fragen der Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz vermittelt, benennt erstaunlich deutlich den Reformbedarf ihrer eigenen Arbeit und des Restitutionsrechts in Deutschland gleichermaßen. Vor allem aber fordert die Kommission von der Politik ein verbindliches „Restitutionsgesetz und damit eine klare Übernahme der Verantwortung als Rechtsnachfolgerin des NS-Staats“.

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