Broodthaers-Ausstellung : Am Quellcode der Kunst entlang
Er schwelgte in Tautologien und war skeptisch gegenüber letzten Antworten: Eine Düsseldorfer Ausstellung zeigt das Werk des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers – ein Fest für jeden Besucher.
Tiere auf dem Bauernhof“ steht auf der Erklärtafel, wie sie einst im Biologieunterricht zum Einsatz kam. Sie zeigt Zeichnungen fünfzehn unterschiedlicher Kuhrassen, unter denen jeweils steht: „Chevrolet“, „Cadillac“, „Chrysler“, „Maserati“ und so weiter. Das ist Marcel Broodthaers’ lakonischer Witz: Die nüchterne Autorität wissenschaftlicher Erläuterungen wird geliehen, um den größten Unsinn zu veranstalten und zu zeigen, dass keine Zuordnung auf einem höheren Sinn beruht als auf dem Zweck, zu dem sie dient. „Kein Gegenstand ist mit seinem Namen so verbunden, dass man keinen anderen für ihn finden könnte, der besser zu ihm passt“, schrieb René Magritte 1929. Und später Wittgenstein: „Jede Deutung hängt, mitsamt dem Gedeuteten, in der Luft; sie kann ihm nicht als Stütze dienen.“





