Ausstellung „Bohemia“ in Prag : Als Künstler arm und berauscht waren

In gentrifizierten Metropolen ist kein Platz mehr für sie: Die Ausstellung „Bohemia“ in der Kunsthalle Prag erzählt vom Glanz und Elend der untergegangenen Boheme.
Man muss immer betrunken sein“, schrieb der Dichter Charles Baudelaire und lebte entsprechend, berauscht von Absinth, Haschisch, Opium, Laudanum und Poesie: der Inbegriff eines Pariser Bohemiens in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Frei leben quer zur bürgerlichen Konvention, reich an Alkohol, Tabak, anderen Drogen und sexueller Libertinage, bitterarm an materiellen Gütern mitten in der Großstadt: Dieser Lebensentwurf sollte zur Blaupause werden für Generationen urbaner Künstler in Opposition zur Gesellschaft – und zum Klischee des Künstlertums selbst. Der Bohemien – traditionell ein Mann – erleidet um des Ideals willen, was der Dandy oder der Flaneur genießt. Doch was ist seit Baudelaires Tagen aus ihm geworden? Und hat er noch eine Zukunft?


