Kinofilm „La Chimera“ : Unter der Erde liegt das Glück

Die Florentiner Regisseurin Alice Rohrwacher folgt in ihrem Kinofilm „La Chimera“ Grabräubern, die etruskische Schätze aufspüren – sie tritt nicht nur ästhetisch Fellinis Erbe an.
Der Engländer ist etwas aus der Zeit gefallen. Die ausgestellten Hosenbeine und der spitze Kragen seines zerknitterten hellen Leinenanzugs erzählen von den Siebzigerjahren, während die Frisuren und Klamotten der Mitreisenden im Zug schon die Achtzigerjahre feiern. Der Schaffner hat den Mann aus dem Schlaf gerissen: „Sie haben geträumt, da weiß man nie, wo das heutzutage endet.“ Wie recht er damit hat, kann der Schaffner nicht einmal ahnen. Denn für Arthur, so heißt der Engländer, sind die Grenzen zwischen Traum und Realität durchlässig, Vernunft und Intuition heben sich bei ihm nicht auf, sondern veranstalten einen Reigen. Josh O’Conner, der diesen jungen Mann hier gibt, lässt sich schlafwandlerisch davon leiten.
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