Filmfestspiele Venedig : Ein Toast auf die sterbenden alten Gewalten

Schwierige ältere Herren, die nichts, und schon gar keinen Ruf mehr zu verlieren haben: Woody Allen und Roman Polanski zeigen Jazz- und Nicht-Jazz-Filme. Und William Friedkin hat ein grandioses Alterswerk hinterlassen.
Im Krimi „Coup de Chance“ von Woody Allen findet Gerechtigkeit nur durch Zufall statt. In der Farce „The Palace“ von Roman Polanski gibt’s gar keine. Beide Filme sind witzig; beim ersten liegt das an Regie und Drehbuch, beim zweiten an John Cleese, der eine Leiche spielt. Die Filme laufen in Venedig außer Konkurrenz und lassen sich als Krisensymptome der Psychobiografien ihrer Schöpfer lesen. Wenn ein alternder Künstler wegen ihm zur Last gelegter Verfehlungen als Stinker gilt, kann er sich entweder selbst leid tun oder den Ansehensverlust dazu nutzen, sich Perspektiven zu erarbeiten, auf die andere verzichten müssen, weil sie noch einen Ruf zu verlieren haben.


