Päpstliches Schreiben : Wo beginnt der Götzendienst?

Welche Bombe ist in dem päpstlichen Schreiben „Querida Amazonia“ versteckt? Keine? Nein! Als hochbrisant erweist sich die Frage, bis zu welchem Grad das Evangelium inkulturierbar ist.
Erstaunlich, wie unbefangen der Papst in seinem Schreiben „Querida Amazonia“ dann doch dem von der Ethnographie fallen gelassenen Kulturkreis-Gedanken nähertritt, im Sinne eines mehr oder weniger geschlossenen Raums kultureller Ähnlichkeit in Abgrenzung zu anderen Örtlichkeiten. „Stellen wir uns eine Heiligkeit vor, welche die Züge des Amazonasgebietes trägt und die dazu berufen ist, die Weltkirche herauszufordern“, heißt es in dem Papier. Das christliche Konzept der Heiligkeit von der Geographie her zu denken, von den partikularen Merkmalen eingegrenzter Areale (so auch von Regionen und Nationen), ist für den universalkirchlichen Anspruch Roms zumindest nicht naheliegend, erst recht nicht in einer längst global gewordenen Zivilisation.





