Videospiel „Wolfenstein: The New Order“ :
Als die Nazis mal den Krieg gewannen

Von
Thomas Lindemann
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Allein gegen blutige Schergen, die in der deutschen Spielversion nicht mehr „Nazis“ heißen: Szene aus dem Computerspiel „Wolfenstein: The New Order“
Allein gegen blutige Schergen, die in der deutschen Spielversion nicht mehr „Nazis“ heißen: Szene aus dem Computerspiel „Wolfenstein: The New Order“Bethesda

Im Videospiel „Wolfenstein: The New Order“ soll ein Widerstandskämpfer die Welt vom Bösen befreien. Der Egoshooter will aufrütteln, gar unser Leben ändern. Ob das gelingen kann?

Man spürt die Suggestion. Videospiele haben sie lange eingeübt, und nun fühlt man es: Dies könnte wirklich Welt sein. Während viele andere Kunstformen bewusst einen artifiziellen Raum erzeugen, um darin zu existieren, will das Videospiel ständig etwas vorgaukeln. Es sagt immer wieder: Ich bin wie das Leben. Deswegen fühlt man sich beim Spielen wie in einer parallelen Welt, nicht wie in der Sphäre der Kunst. Deswegen beginnen die meisten Games-Kritiken mit dem Wort „ich“. Wer ein Urteil fällen will, kauft dem Spiel seine Welt ab, stellt sich hinein und denkt dann erst.

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