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Berliner Schloss wird eröffnet : Die Fassade steht, der Inhalt wackelt

  • -Aktualisiert am

Blick über die Spree auf das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss Bild: dpa

Wenn das Humboldt-Forum im Berliner Schloss am Mittwoch Eröffnung feiert, findet eine öffentliche Debatte ihren Abschluss, die auf allen Seiten Blessuren und zerstörte Illusionen hinterlassen hat. Das Ergebnis ist ernüchternd.

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          Eines immerhin hat das Großprojekt der Bundeskulturpolitik in der Mitte Berlins schon jetzt bewirkt: ein neues Stadtbild. Wenn man auf der Straße Unter den Linden vom Brandenburger Tor nach Osten läuft, reihen sich die Bauwerke fast wieder so wie vor hundert Jahren: Prinzessinnen- und Kronprinzenpalais, Staatsoper, Neue Wache, das Zeughaus mit dem Deutschen Historischen Museum – und als Abschluss und Blickhorizont die imposante Kulisse des Berliner Schlosses.

          Nur eine Kulisse? Ja, denn das Programm des Humboldt-Forums, das hinter den Barockfassaden residiert, hat mit der nachgebauten Außenhaut des Hohenzollernschlosses praktisch nichts zu tun. Von der Idee, wenigstens die wichtigsten historischen Säle im Inneren zu rekonstruieren, sind nur ein paar Räume zur „Geschichte des Ortes“ einschließlich des begehbaren Schlosskellers geblieben. Auch der Vorschlag, dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen Berlin wieder einen Platz in dem Gebäude zu geben, in dem es nach dem Ersten Weltkrieg untergebracht war, hat den beinahe zwanzigjährigen Planungsprozess nicht überlebt.

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