FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Alte Messe im Petersdom :
Wie Leo still und leise Franziskus korrigiert

Christian Geyer
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Kardinal Raymond Leo Burke (mit Handschuhen) bei der Alten Messe am 25. Oktober 2025 im Petersdom. Papst Franziskus hatte Burke, den vormaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs des Vatikanstaats, auf verschiedenen Ebenen demontiert. Leo XIV. lud den US-Amerikaner im August zum Gespräch über die Liturgie der Tradition.
Kardinal Raymond Leo Burke (mit Handschuhen) bei der Alten Messe am 25. Oktober 2025 im Petersdom. Papst Franziskus hatte Burke, den vormaligen Präsidenten des Obersten Gerichtshofs des Vatikanstaats, auf verschiedenen Ebenen demontiert. Leo XIV. lud den US-Amerikaner im August zum Gespräch über die Liturgie der Tradition.AP

Erstmals nach langer Verbannung wurde die Liturgie der Tradition wieder im Petersdom gefeiert. Ein kräftiges römisches Signal, dessen Reichweite abzuwarten bleibt.

Es ist schwierig, ja unwahrscheinlich, die Feier der heiligen Messe im gegenwärtigen, „ordentlichen“ Ritus als Faszinosum zu erleben – als ein solches Faszinosum, wie es prachtvoll vom alten Messritus in der Fellini-Welt ausging und dort nicht selten satirisch-groteske, auch sarkastische Töne hervorrief. Man hatte etwas, woran man sich in Strenge abarbeiten konnte. Das ist im nachkonziliaren Ritus, dem Ritus nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums (1962 bis 1965), nicht mehr ohne weiteres gewährleistet. Zu didaktisch, zu ethisch, zu erfahrungsbesessen, so scheint es bei Weitem nicht nur den älteren Gläubigen, kommen die Dinge hier, in der neuen Messform, rüber, alles ist im buchstäblichen wie übertragenen Sinne verdeutscht. Polemisch gewendet: ein aufs Horizontale gebrachtes Humanum prägt das Kirchenbild unserer Städte, da hat das Geheimnisvolle einen schweren Stand.

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