Wettlesen um den Bachmannpreis : Immergrüner Psychoterror

Bei sonnigen Höchsttemperaturen bekommen beim Bachmannpreis in Klagenfurt gleich mehrere Autoren die Schärfe des Kritikerurteils zu spüren. Von Bonsai-Barock und einem riesigen Floskel-Haufen war da die Rede.
Gleich dreimal hintereinander erklang in der vergangenen Nacht am Lendhafen in Klagenfurt die hawaiianische Steel-Gitarre von „Sleepwalk“ – aufgelegt vom D.J. Tex Rubinowitz, der im Nebenberuf Bachmannpreisträger des Vorjahres ist. Die traditionelle Plattenstunde nennt er spaßhaft „Evergreens of Psychoterror“. Ob das aber auch ein heimliches Motto des Lesewettbewerbs sein soll? Denn bei allen bekannten Annehmlichkeiten der großen Literaturbetriebsveranstaltung am Wörthersee gilt ja weiterhin, dass sich hier Schriftsteller einem enormen Druck ausgesetzt sehen, dem des öffentlichen Ausgestelltseins und besonders dem eines Kritikertribunals, vor dem sie liefern müssen, sich aber nicht verteidigen dürfen.





