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Wettlesen um den Bachmannpreis : Brühwürfel aus Gesprächsfetzen

  • -Aktualisiert am

Mit großen Gesten auf dem Weg zum Schreiben: Peter Wawerzinek hält die Klagenfurter Rede zur Literatur. Bild: ORF/Puch Johannes

Die Eröffnungsrede war persönlich-konkret statt poetisch-grundsätzlich, die Zeit des Krawalls sei vorüber, hört man vom Jury-Vorsitz: An diesem Donnerstag beginnt das Wettlesen um den Bachmannpreis.

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          Guten Morgen aus Klagenfurt! Alle müssen sparen, darum halten wir auch den ersten Eintrag der diesjährigen Kolumne kurz. Sparen müssen der ORF und das Land Kärnten, deshalb gab es am gestrigen Eröffnungsabend der 39. Tage der deutschsprachigen Literatur statt Buffet nur Butterbrote - der sommerlich ausgelassenen Stimmung draußen vor dem ORF-Theater tat das keinen Abbruch. Dort sah man zum Beispiel einen sehr gelösten Peter Wawerzinek, der oben im Sendesaal gerade die Eröffnungsrede gehalten hatte: nicht gerade eine poetologische oder literaturpolitische Grundsatzrede wie sonst oft an diesem Ort, sondern vielmehr eine sehr persönliche Erinnerung an seine eigene Teilnahme und den Gewinn des Bachmann-Preises 2010.

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Es ging auch um seinen eigenen Weg zum Schreiben, und es waren einige ulkige Formulierungen darin: "Ich presste Gesprächsfetzen zu Würfeln und brühte sie auf." Das wollen wir hier jetzt lieber nicht tun, sondern warten gespannt auf den ersten Lesetag, der um zehn Uhr beginnt und wie immer komplett auf 3Sat sowie auf der Internetseite www.bachmannpreis.at übertragen wird.

          Hier in Klagenfurt werden ihn manche im Sendesaal, andere auf Bierbänken vor Bildschirmen im Garten und wieder andere am schnuckligen Lendhafen verfolgen: Die Auslosung hat ergeben, das von den vierzehn bis Samstag antretenden Autoren heute Katerina Poladjan, Nora Gomringer, Saskia Hennig von Lange, Sven Recker und Valerie Fritsch den Leseauftakt machen.  Der neue Jurypräsident Hubert Winkels hat derweil versichert, dass die Zeit des Krawalls in Klagenfurt vorbei sei und man sich philologisch ernsthaft und mit großem Respekt den literarischen Texten widmen wolle.

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