Kulturelle Aneignung : Darf sich ein Kind als Indianer verkleiden?

Winnetou revisited: Jens Balzer erläutert, was eine gelungene Form kultureller Aneignung leisten sollte. Als Vorbild dient ihm dabei der Hip-Hop.
In einem seiner seltsamsten Kino-Auftritte spielte John Wayne 1956 den Begründer des Mongolischen Reichs, Dschingis Khan. Vergleichbar bizarr erscheint Mickey Rooney als vollkommen überzüchtet agierender Japaner in „Frühstück bei Tiffany“ (1961). Jake Gyllenhaal gab, ebenfalls kurios, 2010 den „Prince of Persia“, Christian Bale vier Jahre später Moses, Gerard Butler 2016 die altägyptische Gottheit Seth. Natalie Wood verkörperte in „West Side Story“ (1961) eine Puerto Ricanerin, Burt Lancaster in „Massai“ (1954) einen Apache-Krieger. Die Liste weißer Schauspieler, die nicht weiße Rollen bekleiden, ließe sich beliebig verlängern. Während man diesen Umstand ehedem gar nicht weiter beachtete und lieber über ästhetische Aspekte debattierte – Waynes Performance in dem schlecht beleumundeten Film „Der Eroberer“ etwa galt als rundherum missraten –, lautet die inzwischen selbstverständliche Frage: Dürfen die das?
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