FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);USA-Buch von J.D. Vance :
Diesen Weißen geht es ähnlich wie den Schwarzen

Von
Michael Hochgeschwender
Lesezeit:
Vorne spricht das Original, doch das Konterfei strahlt auch vom Rücken: Ein Trump-Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung Anfang November 2016 in Concord, North Carolina.
Vorne spricht das Original, doch das Konterfei strahlt auch vom Rücken: Ein Trump-Anhänger bei einer Wahlkampfveranstaltung Anfang November 2016 in Concord, North Carolina.DAMON WINTER/NYT/Laif

Der Schriftsteller J.D. Vance führt mit seiner Autobiographie „Hillbilly-Elegie“ in eine Welt, der er selbst entkommen konnte. Es ist die Welt der Trump-Wähler. Unsere Besprechung von 2017.

Der Wahlsieg Donald Trumps hat den Blick auf lange vergessene gesellschaftliche Gruppen gelenkt – die „zornigen, weißen Männer“, die seit geraumer Zeit in aller Munde sind. Bereits vor der Wahl im November 2016 hatte der Unternehmensberater J.D. Vance mit „Hillbilly-Elegie“ eine Autobiographie vorgelegt, die rasch zum Bestseller avancierte. Das hatte einen guten Grund. Offen, klug und lesbar formuliert, in einer Mischung aus sehnsuchtsvoll skizzierter Beschreibung einer lange verlorenen Idylle und kritischer Analyse war es Vance gelungen, die Stimmung all derjenigen weißen Arbeiter nachvollziehbar zu machen, die dann Trump tatsächlich wählten. Seine Hillbillies und Rednecks, also die in den kargen Mittelgebirgsregionen der Appalachen lebenden Nachfahren presbyterianischer Migranten aus Irland und Schottland, die im späten achtzehnten und frühen neunzehnten Jahrhundert vom nordirischen Ulster über den Atlantik gezogen waren, sind lebensvoll gezeichnet, nicht die medial vermittelten Karikaturen, welche die Ostküsteneliten aus ihnen gemacht haben.

FAZ+

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen (Originalpreis: 13,80 €) jetzt nur 0,99 €

  • Mit einem Klick online kündbar

Das Beste von FAZ+