FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Digitale Herrschaft :
Creeps an der Macht

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Wie ein Schuljunge: Mark Zuckerberg 2018 bei einer Anhörung vor dem US-Senat
Wie ein Schuljunge: Mark Zuckerberg 2018 bei einer Anhörung vor dem US-SenatAFP

Wie haben es ausgerechnet Witzfiguren wie Elon Musk und Mark Zuckerberg zu derart großem Einfluss gebracht? Und wie üben sie ihn aus? Der Literaturwissenschaftler Adrian Daub analysiert die Formen der Herrschaft im Silicon Valley.

Am 26. Oktober 2022 trat Elon Musk seinen Chefposten bei der Plattform, die damals noch Twitter hieß, mit einem Auftritt an, der auch im angeblich so unkonventionellen Silicon Valley außergewöhnlich crazy war: Er betrat die Lobby der Firmenzentrale in San Francisco mit einem Waschbecken. Das Video dieser Performance postete er mit dem Text „let that sink in!“, was als Redewendung so viel bedeutet wie „Lass das erst mal sacken“ oder „das muss man sich erst mal geben“. Musk machte daraus einen gespielten Witz, an dem sich jeder Deutungsversuch die Zähne ausbeißt – nicht nur, weil er das Niveau eines Neunjährigen hatte, sondern weil die Aktion, im Gegensatz etwa zum Kettensägentheater des argentinischen Präsidenten Javier Milei, metaphorisch völlig ins Leere lief: Warum hatte sich Musk ausgerechnet für diese Symbolik entschieden? Warum ein Waschbecken und nicht eine Kloschüssel? Oder einen Kärcher?

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