Yasmin Reza: Nirgendwo und Heureux les heureux : Glücklich sind die Glücklichen

Kann man sich Yasmina Reza als eine einsame Frau vorstellen? Eigentlich nicht. Doch nun sind zwei Bücher erschienen, eines auf Deutsch, eines auf Französisch, die ein anderes Bild von der großen Schriftstellerin vermitteln.
Irgendwann in diesem wunderbaren Buch kommt Marguerite Blot zu Wort. Sie erzählt von ihrem Kollegen, einem gewissen Jean-Gabriel Vigarello, dessen Wege sie seit Jahren im Lehrerzimmer des Gymnasiums kreuzt, an dem sie Spanisch unterrichtet. Er ist ihr nie aufgefallen. Eines Tages aber entdeckt sie, dass sich unter seiner unmöglichen Frisur - die Ponyfransen hängen ihm tief ins Gesicht - ganz bemerkenswerte Augen verbergen. Bei einer Klassenfahrt nach Madrid geschieht, was geschehen muss. Zurück in Rouen, aber ist alles, wie es immer war. Der Kollege reagiert nicht auf ihre kleinen Botschaften, und so kommt Marguerite Blot ein Gedicht von Borges in den Sinn, in dem es heißt: „Ya no es mágico el mundo. Te han dejado.“ Und die Welt ist nicht mehr magisch. Man hat dich zurückgelassen. „Jeder“, sagt Marguerite Blot, „kann uns zurücklassen, selbst ein Jean-Gabriel Vigarello mit seiner Beatles-Frisur fünfzig Jahre nach der Zeit.“





