Pynchons „Gravity’s Rainbow“ :
Der voll ausgegorene Dichter

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Der Antrieb von Thomas Pynchons Roman ist die V2-Rakete, die Wernher von Braun für Hitlers Kriegführung in Peenemünde bauen ließ. Auf dem ehemaligen Fertigungsgelände steht heute ein Nachbau.
Der Antrieb von Thomas Pynchons Roman ist die V2-Rakete, die Wernher von Braun für Hitlers Kriegführung in Peenemünde bauen ließ. Auf dem ehemaligen Fertigungsgelände steht heute ein Nachbau.dpa

In keinem anderen amerikanischen Epos spielt Deutschland in all seiner Ambivalenz eine solch prominente Rolle wie in Thomas Pynchons „Gravity’s Rainbow“ aus dem Jahr 1973 – Folge 40 unserer Serie „Amerika, wie es im Buche steht“.

Es beginnt in London in einer Bombennacht des Zweiten Weltkriegs, als eine deutsche Rakete jenseits des Kanals startet, und es endet – ja, wo eigentlich? Wieder in London, als die deutsche Rakete einschlägt, „stürzend mit mehr als einem Kilometer pro Sekunde, absolut und für immer ohne Schall, ihren letzten, unmessbaren Spalt über dem Dach dieses alten Kinos erreicht, das letzte delta-t“. Also jene winzige Zeitspanne, die den Beschossenen noch gegeben ist. Eine halbe Seite später, nach Ablauf von delta-t und nach fast zwölfhundert Seiten insgesamt, bricht der Roman ab. Und man will sofort wieder mit der Lektüre anfangen.

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