Roman von Roberto Saviano : Nie mehr allein gegen die Mafia

Wenn Bewunderung zur erzählerischen Kraft wird: In Roberto Savianos Roman „Falcone“ über den Vorkämpfer gegen das organisierte Verbrechen klingt nichts amtsstubentrocken, obwohl er sich eng an dokumentierte Fakten hält.
Es gibt in diesem oft so düsteren Roman eine Seite, die in jeder Hinsicht frischen Wind bringt: Sie findet sich ganz am Ende, eine Aufnahme des Richters Giovanni Falcone am offenen Fenster. Zufrieden, ja unbeschwert strahlt er. Der Mann, dem Roberto Saviano in „Falcone“ rund dreißig Jahre nach seiner brutalen Ermordung ein Denkmal setzt – hier steht er zum Greifen nah, ausgelassen und ungemein sympathisch. Doch nicht allein der persönliche Eindruck lässt dieses Foto zum krönenden Abschluss eines packenden und mit über 540 Seiten auch wortreichen Werks werden. Das Bild fängt ein, was Falcone geglückt ist: Er hat ein Fenster aufgestoßen, auf dass Licht hereinwoge. „Ein echtes Licht, das die Schatten vertreiben und allen erlauben würde, klar zu sehen, zu verstehen.“


