FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Krimikolumne STREIFSCHUSS :
Die hohe Kunst des Weglassens

Von
Peter Körte
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Historisch korrekt, aber auch dramaturgisch stimmig? Titus Müllers „Die geheime Mission“
Historisch korrekt, aber auch dramaturgisch stimmig? Titus Müllers „Die geheime Mission“Sandra Frick

In den allermeisten Krimis wird zu viel erklärt und erläutert. Teilweise geglückte Gegenbeispiele liefern Philippe Dijan, Steffen Weinert und Titus Müller.

Den „König der Ellipse“ hat die französische Zeitung „Le Monde“ ihn kürzlich genannt, und wenn man den neuen Roman von Philippe Dijan liest, dann hat er sich den Titel unbedingt verdient. In „Offene Rechnung“ (Diogenes, 253 S., geb., 26,– €) bleibt vieles im Ungefähren, auch wenn die Rechnung am Ende beglichen ist. Das liegt vor allem an Nathan, dem Ich-Erzähler. Ihm ist vieles zuzutrauen – nur Transparenz und Wahrheit nicht. Dijan, der vor vierzig Jahren berühmt wurde durch seinen Roman „Betty Blue. 37,2 Grad am Morgen“ und dessen anschließende Verfilmung, ist auch keiner, der ausgiebig Interieurs, Exterieurs oder Aussehen und Kleidung seiner Figuren beschreibt. Er lässt lieber weg, worauf es nicht so sehr ankommt. Akteure charakterisieren sich durch ihre Handlungen.

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