Theodor Lessing :
Niemand war solidarisch mit diesem Quälgeist

Von
Thomas Karlauf
Lesezeit:
Theodor Lessing (1872 bis 1933) auf einer undatierten Aufnahme
Theodor Lessing (1872 bis 1933) auf einer undatierten Aufnahmedpa

Er war eines der ersten prominenten Opfer der Nationalsozialisten: Eine Erinnerung an den Publizisten, Philosophen und Schriftsteller Theodor Lessing anlässlich seines 150. Geburtstags.

Der Hass auf ihn kannte weder Maß noch Grenze. Im Dezember 1924 hatte Theodor Lessing als Gerichtsreporter im Prozess gegen den Massenmörder Fritz Haarmann Justizwesen, Polizei und Gerichtsmedizin mitverantwortlich für die Verbrechen gemacht und die Richter aufgefordert, in ihrem Urteil das Milieu zu berücksichtigen, in dem der homosexuelle Haarmann ungestört hatte wüten können. Lessing wurde daraufhin der Zutritt zum Gericht verwehrt, die Technische Hochschule Hannover, an der er seit 1908 als Privatdozent für Philosophie unterrichtete, leitete ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein: Lessing habe die „Würde des akademischen Standes“ zutiefst verletzt.

FAZ

Ohne Abo weiterlesen

Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.