Fußball-Ikone Lew Jaschin :
Vom Torwart lernen heißt stürmen lernen

Von
Paul Ostwald, Moskau
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Lew Jaschin im Jahr 1966 während einer seiner Glanzparaden.
Lew Jaschin im Jahr 1966 während einer seiner Glanzparaden.Picture-Alliance

Er war die Symbolfigur der revolutionären Vorwärtsverteidigung. In Russland lebt der sowjetische Kult um das Torwart-Idol Lew Jaschin bis heute fort. Wer war der Mann, der bei der WM das offizielle Poster ziert?

Als der Hamburger Innenverteidiger Willi Schulz 1968 in der brütenden Hitze von Rio de Janeiro zum Benefizspiel der Fifa-Weltauswahl landet, wird ihm ein russischer Kollege als Zimmergenosse zugeteilt. Während Schulz sich noch mit seinem sperrigen Fernreisegepäck abmüht, steht der russische Torwart Lew Jaschin in der Zimmertür, mit einem einzigen, winzigen Koffer in der Hand. „Den Koffer legte er aufs Bett und machte ihn auf. Darin waren nur zwei Flaschen Wodka und zwei Dosen Kaviar“, erinnert sich der sechsundsechzigmalige deutsche Nationalspieler. „Wir haben uns dann einige gemütliche Stunden gemacht.“ Am nächsten Morgen verliert die Weltauswahl 1:2 gegen Brasilien, die Verteidigung scheint nicht ganz auf der Höhe.

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