FAZ.NET-Frühkritik: Schäuble bei Beckmann : Der Nebel reißt auf

Spielt er auf Zeit oder fährt er auf Sicht? Wolfgang Schäuble glänzte bei „Beckmann“ mit einem geschichtsphilosophischen Privatseminar.
Es ist kein beruhigendes Zeichen, dass Wolfgang Schäuble es persönlich mit Sisyphos, der Leitfigur des Absurden, hält. Ja, jener Held der griechischen Mythologie, der vergeblich einen Stein den Berg hinaufbringt, um dann mit ansehen zu müssen, dass er immer wieder herunterrollt – dieser antike Held in der Version des Albert Camus sei sein ausdrückliches Vorbild, meinte Schäuble als einziger Gast bei „Beckmann“. Was das für die Wirtschaftskrise Europas heißt, die Schäuble mit Milliardensummen managt? In der Sprache der Mythologie lässt der Finanzminister alle Schönrednerei hinter sich und schenkt dem Publikum die Wahrheit ein: Völker, lasst die Hoffnung fahren!





