http://www.faz.net/-gqz-6z4mn

Glück für Zürich : Cézannes Knabe ist gefunden

„Der Knabe mit der roten Weste“ ist bald wieder in Zürich. Das hundertmillionenschwere Diebesgut eines spektakulären Kunstraubs wurde in Serbien sichergestellt.

          „Der Knabe mit der roten Weste“ ist bald wieder da: Die Polizei hat das Gemälde von Paul Cézanne, dessen Wert auf hundert Millionen Dollar geschätzt wird, in Serbien sicher gestellt. Das Meisterwerk war 2008 aus der Sammlung Bührle in Zürich gestohlen. Nur drei Minuten hatte der „Zürcher Jahrhundertkunstraub“ durch drei bewaffnete und maskierte Männer an einem Sonntagnachmittag gedauert. Die beiden ebenfalls entwendeten Bilder, Monets „Mohnfeld bei Vétheuil“ und Vincent Van Goghs „Blühende Kastanienzweige“ wurden nach einer Woche in einem Auto auf dem Parkplatz der Psychiatrischen Klinik Burghölzli gefunden. Jetzt fehlt nur noch „Ludovic Lepic und seine Töchter“ von Edgar Degas.

          Jürg     Altwegg

          Kulturkorrespondent mit Sitz in Genf.

          Nach dem spektakulären Einbruch wurde in der Sendung „Aktenzeichen XY“ nach den Bildern und den Tätern gefahndet. Zwei Dutzend Hinweise gingen damals ein. Jetzt führten die Spuren nach Serbien - und offensichtlich zum Ziel: Nach Aussagen der Zürcher Polizei sind in Belgrad und in der 140 Kilometer südwestlich gelegenen Stadt Cacak drei mutmaßliche Täter verhaftet worden. Von ihnen erhofft man sich Hinweise zum Verbleib des Bilds von Degas, das wesentlich weniger wert ist als die wiedergefundenen Werke, aber gleichwohl nur schwer verkäuflich wäre. Möglicherweise haben die Diebe auf Bestellung gehandelt. Oder auf einen Deal mit der Versicherung gehofft. Die Leichtigkeit, mit der sie in die Sammlung eindringen konnten, hatte für Erstaunen gesorgt. Bei Bührle ist man überglücklich: Cézannes „Knabe mit der roten Weste“ gilt als das „Symbolbild der Sammlung“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Russische Einmischung : Trump will Gegenteil gemeint haben

          Die Kritik war laut – und sie kam nicht nur von der Opposition. Nachdem Donald Trump beim Gipfel mit Wladimir Putin eine Einmischung Russlands bei den Präsidentschaftswahlen noch ausgeschlossen hatte, will er sich nun einfach nur versprochen haben.
          Knappe Mehrheit: Premierministerin Theresa May am Montag

          Brexit : Der Sommer kommt nicht schnell genug

          Stück für Stück robbt sich die britische Regierung an den Brexit heran. Im Zuge der Ratlosigkeit wie der Brexit nun von statten gehen soll, folgt ein Kompromiss dem nächsten. Theresa May gewinnt eine Abstimmung mit nur drei Stimmen Vorsprung.

          Rundfunkbeitrag : Wie gerechtfertigt ist die Abgabe?

          Sie fordern eine Revolution: Der Autoverleiher Sixt und mehrere private Kläger sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, um gegen den Rundfunkbeitrag vorzugehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.