„Gender Pension Gap“ : Im Alter kommt das böse Erwachen

Die Lücke im Alterseinkommen zwischen Frauen und Männern hat vielfältige Gründe. Doch vielen Frauen ist das Problem gar nicht bekannt. Dabei sind gerade sie davon betroffen.
Ihren Lebenslauf beschreibt Sabine Herr aus München als „klassisch“ – zumindest für ihre Generation als nicht unüblich. Studiert hat Herr Grundschullehramt, den Beruf ausgeübt hat sie aber nie. Es folgten Heirat und zwei Kinder. Herr hat sich um die Erziehung gekümmert und ist zu Hause geblieben, ihr Mann hat gearbeitet. Nichts, was sie bereut. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt die 51-Jährige heute. Als die Entscheidung feststand, Kinder zu bekommen, habe sie sich keine Gedanken gemacht, was später mal mit ihrer Rente sei. Das sei so „wahnsinnig weit weg“ gewesen. Für ihre „Dienstleistung“ in der Familie, wie sie sagt, wurde sie finanziell aber nicht honoriert. „Jedes Jahr bekomme ich den Rentenbescheid. Die Zahl ist ein Witz.“ Nur mit der gesetzlichen Altersvorsorge könne sie monatlich nicht einmal die Miete begleichen.
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