Radioaktivität : Wieder Flammen über Tschernobyl

Heute vor 34 Jahren explodierte in der Ukraine ein Kernreaktor. Nun wirbeln Waldbrände dort radioaktive Asche auf und erinnern uns an einen anderen seltsamen Frühling. Aber welche Gefahr geht davon aus?
Sechsundzwanzig nennen sie es. Nicht „den Unfall“ oder „die Katastrophe“, sondern einfach nur Sechsundzwanzig. Es ist das Datum, der 26. April 1986, mit dem die früheren Bewohner von Prypjat ihr Trauma codieren, ihr 9/11. Prypjat ist jene fotogen zuwuchernde Geisterstadt, die bereits Thema unzähliger Reportagen war, seit ihre 48.000 Einwohner am Tag nach dem Bersten eines Reaktorblocks im vier Kilometer entfernten Kernkraftwerk Tschernobyl evakuiert wurden. Einer derer, die gelegentlich zurückkommen, weil er im Umkreis der Reaktorruine arbeitet und wegen seiner guten Englischkenntnisse gerne von Fernsehteams befragt wird, erinnert sich auf CBS so: „Es sah aus wie der Sonnenuntergang aus zweihundert Meter Entfernung. Das war der glühende Reaktorkern.“
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