https://www.faz.net/-gqe-6qz5l

Teldafax : Behörden wussten von bevorstehender Pleite

  • Aktualisiert am

Im Fall Teldafax gibt es noch viele Ungereimtheiten Bild: dpa

Die Finanzbehörden haben offenbar die Kunden über die drohende Pleite von Teldafax nicht informiert, obwohl der finanzielle Engpass des Stromanbieters frühzeitig bekannt war.

          1 Min.

          Die Finanzbehörden haben vermutlich viele Stromkunden in die Hände der insolventen Teldafax treiben lassen, obwohl ihr die finanzielle Klemme schon frühzeitig bekannt war.

          Das Hauptzollamt Düsseldorf bestätigte auf Nachfrage, einen Prüfbericht für das Hauptzollamt Köln erstellt zu haben. Zum Inhalt wurden mit Hinweis auf das Steuergeheimnis keine Angaben gemacht. Das Hauptzollamt erhebt unter anderem die Energiesteuer. Der interne Bericht vom September 2009, auf den sich das Blatt berief, sei zu alarmierenden Ergebnissen gekommen.

          Operation laut Bericht im Schneeballsystem

          Der Billigstromanbieter, der dem Fiskus schon damals 28,3 Millionen Euro schuldete, habe so gut wie kein Vermögen mehr gehabt. Der Discounter galt laut Prüfbericht als „bilanziell überschuldet“. Laufende Kosten hätte Teldafax mit den Vorauszahlungen von neuen Kunden finanziert. Maßnahmen zur Beseitigung der Notlage seien nicht umgesetzt worden. Im Juni dieses Jahres meldete Teldafax schließlich Insolvenz an.

          Sein brisantes Wissen habe der Staat aber für sich behalten und Hunderttausende Verbraucher in eine Falle laufen lassen, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“. Das Hauptzollamt Köln war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Teldafax ist mit mehr als 700 000 Geschädigten, die meisten von ihren Strom- und Gaskunden, der größte Insolvenzfall in Deutschland.

          Weitere Themen

          Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika Video-Seite öffnen

          Dieselskandal : Daimler schließt Milliarden-Vergleiche in Amerika

          Der Autobauer Daimler will in den Vereinigten Staaten mit mehr als zwei Milliarden Dollar Streitigkeiten im Dieselskandal beilegen. Für Vergleiche mit mehreren amerikanischen Behörden werden nach Konzernangaben rund 1,5 Milliarden Dollar fällig, für die Beilegung einer Sammelklage von Verbrauchern etwa 700 Millionen Dollar.

          Ein Planet – zwei Welten

          Amerika gegen China : Ein Planet – zwei Welten

          Internet, Finanzsystem und Forschung: Wie im Kalten Krieg droht die Welt wieder in zwei Blöcke zu zerfallen. Wie sich das anfühlen würde, wird immer greifbarer.

          Topmeldungen

          Kommt es zum neuen Kalten Krieg zwischen China und den Vereinigten Staaten?

          Amerika gegen China : Ein Planet – zwei Welten

          Internet, Finanzsystem und Forschung: Wie im Kalten Krieg droht die Welt wieder in zwei Blöcke zu zerfallen. Wie sich das anfühlen würde, wird immer greifbarer.
          „Monte Kali“: Die Abraumhalde bei Heringen im hessisch-thüringischen Grenzgebiet

          Kalisalzabbau in Thüringen : Der salzigste Fluss Europas

          Die Entsorgung von Abwasser aus dem Kalibergbau in Werra und Weser sollte längst vorbei sein. Aber der Bergbaukonzern K+S beantragt immer wieder eine Verlängerung – sehr zum Ärger Thüringens.

          Öl-Katastrophe : Frachter vor Mauritius auseinandergebrochen

          Der aufgelaufene Frachter bescherte Mauritius die schlimmste Öl-Katastrophe, die der Inselstaat je erlebt hat. Nun hat es das Schiff in zwei Teile zerrissen. 1000 Kilometer vor der Küste soll der Bug versenkt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.