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Desinfektionsmittel : Rettung naht vom Acker

Mangelware Desinfektionsmittel Bild: dpa

Die Hersteller von Desinfektionsmitteln brauchen dringend Alkohol als Grundstoff. Eigentlich gibt es davon genug, es hakt aber an der Logistik.

          3 Min.

          Seit sich das Coronavirus ausbreitet, ist allerorten Desinfektionsmittel knapp. In Apotheken und Supermärkten sind die entsprechenden Regale leer, wenn Nachschub erwartet wird, bilden sich bisweilen lange Schlangen. Krankenhäuser, Arztpraxen und Apotheken stellen daher vermehrt Desinfektionsmittel selbst her, allerdings fehlt es oft an den dafür notwendigen Vorprodukten. Vor wenigen Tagen haben auch die großen Desinfektionsmittel-Hersteller Alarm geschlagen, ihnen drohe Ethanol-Knappheit, damit fehle ihnen der wichtigste Grundbestandteil für die Mittel (F.A.Z. vom 23. März).

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Mehrbedarf an reinem Alkohol für die coronabedingte erhöhte Produktion von Desinfektionsmitteln wird in Europa grob auf 20 Millionen Liter im Monat geschätzt, sagt Christoph Berg, Geschäftsführer des auf die Ethanol-Branche spezialisierten Analysehauses F.O. Licht. Aus der Alkoholindustrie ist allerdings zu hören, dass es im Grunde genug Ethanol dafür gibt, wenn man zusätzlich auf Bioethanol setzt, das bislang in Super E10 verwendet wird. Zwar heißt es bisweilen, dieses erreiche nicht die für medizinische Produkte benötigte Reinheit, doch bei geänderter Produktion lässt sich das Problem wohl beheben. Bioethanol müsse noch „ausgereinigt“ werden, sagt Berg, sei dann aber ebenfalls einsetzbar.

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