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Musterfeststellungsklage : „Wir brauchen eine Klageindustrie“

Prof. Dr. Axel Halfmeier ist Juraprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg. Bild: Leuphana Universität Lüneburg

Die Musterfeststellungsklage hat Konstruktionsfehler. Das hat zum Scheitern des VW-Vergleichs geführt, behauptet Juraprofessor Axel Halfmeier.

          3 Min.

          Herr Halfmeier, am Freitag ist ein Vergleich zwischen Volkswagen und den Verbraucherzentralen über 830 Millionen Euro geplatzt. Nun bietet VW eine eigene Lösung an. Wie verwirrend ist das für den Dieselfahrer, der seit Jahren auf eine Entschädigung wartet?

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Verbraucher steht vor einer schwierigen Situation. Er muss sich zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach entscheiden. Das Angebot von VW wird sich im Bereich einer Einmalzahlung von 2000 Euro je betroffenem Fahrzeug bewegen. Das Angebot finde ich erst mal schwach. Die Erfolgsaussichten der Individualklagen sind recht hoch, wie die mittlerweile überwiegenden Urteile der Gerichte zeigen. Der Verbraucher kann dieses Angebot annehmen, muss aber dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auf alle weiteren Ansprüche verzichten. Oder er wartet und hofft, dass der Bundesgerichtshof am 5. Mai ein verbraucherfreundliches Urteil fällen wird. Dann muss der Kunde aber mit dem Risiko leben, dass es eine Entscheidung zugunsten von Volkswagen gibt und damit künftig keine Ansprüche mehr realisierbar sind.

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