Kommentar : Die neue Stadtliebe - und ihre Kehrseite

Früher flohen Familien aufs Land, doch das ist längst nicht mehr so. Dabei gibt es in der Stadt zu wenig Wohnraum für Lebensformen wie Patchwork-Familien oder Mehrgenerationen-Wohnen.
Es ist noch nicht lange her, da war die Stadtflucht junger Familien aus der Mittelschicht eine Art Naturgesetz: Spätestens vor der Einschulung des ersten Kindes begab man sich auf die Suche nach einem Häuschen im Grünen, je nach Budget repräsentativ im Villenviertel oder als Reihenhaus im Neubaugebiet jenseits des U-Bahn-Rings. Den Nachwuchs in der Innenstadt aufzuziehen kam den meisten nicht in den Sinn - als zu gefährlich und schmutzig galt das Leben in den Altbauquartieren. Das beschauliche Leben mit eigenem Garten, umgeben von anderen jungen Familien, schien attraktiver als die Metropole mit ihren Möglichkeiten.






