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Überraschender Wechsel : Stefan Ermisch hört als Chef der Hamburg Commercial Bank auf

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Der Banker Stefan Ermisch hat Hamburgs einstige Krisenbank in ruhigere Fahrwasser gesteuert. Jetzt übergibt er überraschend an einen Nachfolger. Bild: dpa

Die ehemalige HSH Nordbank steht vor einem unerwarteten Chefwechsel. Hoffnungsträger Stefan Ermisch hat die einstige Krisenbank in ruhigeres Fahrwasser gesteuert und macht nun Platz für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen.

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          Stefan Ermisch legt sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Hamburg Commercial Bank AG (HCOB), der ehemaligen HSH Nordbank, überraschend nieder. Zum 1. Oktober übernimmt der bisherige Chief Financial Officer, Ian Banwell, die Führung der Bank, wie diese am Donnerstag bekanntgab.

          „Nach zehn sehr ereignisreichen Jahren im Dienst der heutigen Hamburg Commercial Bank ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Staffelstab als CEO in die Hände meines Nachfolgers zu legen“, sagte Ermisch. Genaue Gründe für den Wechsel nannte er nicht.

          Bank aus schwerer See gerettet

          Die HSH Nordbank war nach der Finanzkrise zunächst vom Staat gerettet worden, weil sie sich mit Schiffskrediten verspekuliert hatte. Im Jahr 2018 wurde sie als erste deutsche Landesbank privatisiert und an ein Konsortium um Cerberus Capital Management und J.C. Flowers & Co veräußert.

          Ermisch ist seit Dezember 2012 im Vorstand der heutigen HCOB tätig – zunächst war er Finanzvorstand, ab Juni 2015 stellvertretender Vorstandsvorsitzender und von Juni bis September 2015 zusätzlich kommissarischer Risikovorstand. Seit Juni 2016 ist er CEO.

          Ermisch verlässt die Bank in einem guten Zustand. In den ersten sechs Monaten stieg der Gewinn vor Steuern auf 178 Millionen Euro, verglichen mit 168 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie die Bank ebenfalls am Donnerstag bekanntgab. Die Prognose für 2022 wurde leicht angehoben. Die HCOB erwartet nun ein Vorsteuerergebnis oberhalb von 300 Millionen Euro. Sie stellte eine Aufnahme von Dividenden in 2023 für das Geschäftsjahr 2022 in Aussicht.

          Der scheidende CEO hat in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass er mit Fusionen und Übernahmen am deutschen Bankenmarkt rechnet. Sein eigenes Haus sei nach einem Umbau “vorbereitet”, um nun aktiv oder passiv an der Konsolidierung teilzunehmen, sagte er Anfang des Jahres.

          Bei einer Videokonferenz mit Journalisten am Donnerstag, die für die Vorstellung der Halbjahreszahlen angesetzt worden war, äußerte sich Ermisch nicht weiter zur Bilanz und den Plänen der Bank. Zur Begründung verwies er auf die personellen Veränderungen.

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