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Kuriose Übersetzungsfehler : Alibaba und die Räuber-Schwein-Geldkasten

Von wegen 40 Räuber: Es gibt sogar 5000 Stück. Schwein gehabt! Bild: Screenshot: german.alibaba.com

Alibaba protzt mit dem größten Börsengang der Geschichte. Die deutsche Internetpräsenz ist leider der größte Sprachunfall der Geschichte.

          1 Min.

          Dem Autor Axel Hacke macht es eine gewisse Freude, Stilblüten zu sammeln, die ihm Leser aus Restaurants aller Welt zuschicken. So wird durch eine falsche Übersetzung aus den „Onion Rings“ plötzlich „Zwiebeln rufen an“. Kurz gelacht, weitergemacht, ist ja bloß ein Restaurant im Nirgendwo, dem sowas passiert.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Moment: Auch großen Firmen passiert so etwas. Großen chinesischen Firmen, die sich gerade an die New Yorker Börse NYSE mit viel Traraa wagen und den größten Börsengang der Welt anstreben. Die Alibaba Group, einst gegründet vom Englischlehrer Jack Ma, zeigt auf seiner deutschen Seite german.alibaba.com, dass der Firma der deutsche Markt noch relativ egal ist.

          Denn die ganze Seite ist „für Ihren Komfort mit Sprach-Tools übersetzt“, wie die Homepage ausweist. Und das merkt man. So wird auf der Seite ein „Bank-Räuber-Geld-Schwein-keramischer-Geldkasten“ feilgeboten, oder „tragbare Audios mit dem lautes geräusch“.

          Jungfrau-Haare von Katy Perry: Unverarbeitete Top-Qualität
          Jungfrau-Haare von Katy Perry: Unverarbeitete Top-Qualität : Bild: Screenshot: german.alibaba.com

          Sogar „100% jungfrau unverarbeitete Top-Qualität indische haar“ ist erhältlich. Besonders bemerkenswert ist dort, dass sogar Popsternchen Katy Perry in dem besonders ansprechenden Werbebildchen herhalten musste. Kaum vorstellbar, dass sie davon weiß oder ihr Einverständnis dafür gegeben hat.

          Qualitätsmerkmal: Tragbare Audios mit lautes Geräusch
          Qualitätsmerkmal: Tragbare Audios mit lautes Geräusch : Bild: Screenshot: german.alibaba.com

          Insgesamt sieht die komplette Seite aus wie ein schlechter Fake, wie eine klischeehafte Billigprodukt-Seite aus China, die ein Troll angelegt hat und die nicht zu einer Multi-Milliarden-Dollar-Firma gehört. Das Problem: Sie gehört zu Alibaba. Es gibt auch arabische, russische oder türkische Seiten, die vermutlich nicht besser übersetzt sind. Über who.is findet man heraus, wer für die Seiten zuständig ist, nämlich Timothy Steinert, der seit 2007 in verantwortlicher Position für Alibaba in Hong Kong arbeitet - aber offensichtlich keine Lust hat, auf Presseanfragen zu reagieren.

          Vielleicht sollte Axel Hacke sich auch mal mit großen Unternehmen und deren Übersetzungen beschäftigen.

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