Ordnungspolizei : Jentzsch, Polizei
Unseren Maserati haben wir noch keine zwölf Stunden im Besitz, da schlägt das Auge des Gesetzes schon zu. Das macht keinen Spaß.
„Mein Maserati fährt 210, schwupp, die Polizei hat’s nicht gesehen . . .“ war vor geraumer Zeit ein Hit der Neuen deutschen Welle. Unseren Maserati haben wir noch keine zwölf Stunden im Besitz, da schlägt das Auge des Gesetzes schon zu. Das macht keinen Spaß. Vor allem nicht, weil der Delinquent nicht weiß, was er verbrochen hat. Zu fix, wie der ein oder andere vorschnell vermuten mag, war er nicht. Herr oder Frau „Jentzsch, Ordnungspolizei“ der Am-Taunus-Stadt Hofheim hat einen blass kopierten Zettel unter den Wischer gefaltet, auf dem nur steht: „Ihr Fahrzeug ist nicht nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung abgestellt. Es liegt ein Verstoß vor.“ Welcher? Kein Hinweis.
Das edle Stück stand fein säuberlich in einer Parkbucht. Wen kann man deshalb fragen? Niemand, denn „wir bitten Sie, von Vorsprachen bei der Ordnungsbehörde abzusehen und die schriftliche Verwarnung abzuwarten“. Am Tag darauf treffen wir an anderer Stelle einen Hilfspolizisten. Er bekomme zwar ein Festgehalt und müsse keine Quote erfüllen, aber 40 bis 50 Strafzettel am Tag müsse er schon schreiben, sonst gäbe es eine Ermahnung vom Chef, berichtet er. Immerhin schreibt er drauf, welchen Verstoß er ausgemacht hat. Was „Jentzsch, Ordnungspolizei“ motiviert hat? Wir bleiben dran.






