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Ohne Benzin und Diesel : Treibt Wasserstoff den Verkehr der Zukunft an?

Zapfen wie gewohnt: Der Anschluss ähnelt dem einer Gasanlage, Volltanken geht in wenigen Minuten. Bild: dpa

Statt einer großen Batterie könnten die Autos künftig einen Wasserstofftank haben. Es gibt einige Modelle und viele Projekte, aber auch Schwierigkeiten.

          7 Min.

          Das Schöne an Pionieren ist, dass sie sich sparen nachzurechnen, ob der Schritt in die Zukunft lohnt. Derzeit hofft alle Welt auf den Wasserstoff (H2), er soll in wenigen Jahrzehnten auf dem Weg in die Freiheit vom Kohlenstoff zum Energieträger werden, der alles kann – vom Heizen bis zum Autofahren. Kaum einen Beitrag zu diesem Thema gibt es, der nicht damit begönne, dass schon Jules Verne im 19. Jahrhundert dem vielseitigen Gas prophezeit hätte, es werde die Kohle der Zukunft – verbunden mit dem Hinweis, dass wir da heute doch schon viel weiter sind.

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Beides stimmt, fahren wir also künftig mit H2 im Tank? Der Weg ist offenbar steinig. Mit großer Begeisterung hat Mercedes das Modell GLC Fuell Cell vorgestellt, exakt ein Vierteljahrhundert nach der Präsentation des ersten Brennstoffzellenautos dieser Marke. Man kann ihn nicht kaufen, aber für fast 800 Euro monatlich mieten, wenngleich das nicht für jedermann möglich ist. Dies ist solch ein Pionier; es ist das erste und bisher einzige Fahrzeug, das H2 tankt, um daraus über die Brennstoffzelle (BZ) Strom für seinen Elektromotor zu erzeugen, und dessen Akku außerdem auch an der Steckdose geladen werden kann. Das erlaubt Einblicke, der Betrieb mit Strom aus dem Akku und mit Strom aus H2 lässt sich vergleichen, den Mischbetrieb lassen wir beiseite. Dann soll der GLC rein elektrisch 18 kWh Strom verbrauchen oder alternativ 1 Kilo H2. Dieses Kilo hat einen unteren Brennwert von rund 33 kWh und einen oberen von 39 kWh. Daraus ergibt sich, dass nur etwa die Hälfte der enthaltenen Energie am Elektromotor ankommt. Mercedes erklärt dazu, dass die Brennstoffzelle einen Wirkungsgrad bis zu 65 Prozent habe – das ist die obere Grenze, mehr geht also nicht, weniger ist realistisch. Allerdings lässt sich die Abwärme der Brennstoffzelle zum Heizen des Autos nutzen.

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