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Ersehnter Auftrag : Singulus-Aktienkurs schießt nach oben

Fitmacher: Vorstandschef Stefan Rinck und Finanzvorstand Markus Ehret arbeiten an der dauerhaften Ertragswende von Singulus Bild: Firma

Lange hat der Solarmaschinenbauer Singulus auf einen Großauftrag aus China warten müssen. Nun ist das Geschäft unter Dach und Fach. Der Aktienkurs vollführt einen Freudensprung – und hat viel Potential, wie ein Analyst meint.

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          Bisweilen geht es dann doch ganz schnell. Monatelange haben Geschäftspartner in China den in Kahl am Main ansässigen Maschinenbauer Singulus AG warten lassen – zur Wochenmitte aber hat der Mittelständler vom fränkischen Untermain einen ersehnten Auftrag melden können. 50 Millionen Euro ist er schwer. Und die Börse reagierte prompt: Die zuletzt im stetigen Sinkflug befindliche Aktie von Singulus schoss um gut 23 Prozent nach oben auf 6,12 Euro. Im vergangenen Jahr zählte sie mit einem Kursminus von mehr als 40 Prozent noch zu den schlechtesten Rhein-Main-Werten auf dem Frankfurter Parkett. Die Geschäftszahlen ließen zu wünschen übrig. So mancher Anleger hatte vor diesem Hintergrund die Geduld verloren – und wird sich nun vielleicht darüber ärgern.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie Singulus nun meldet, hat die Firma Verträge über einen Großauftrag mit dem Kunden Bengbu Design and Research Institute of Glass Industry Co. geschlossen. Dieses Unternehmen sei eine Tochterfirma des Baukonzerns und Großkunden China National Building Materials Group. Bengbu wolle Maschinen zur Produktion spezieller Solarmodule, sogenannter Dünnschicht-Technik. Sie gilt als leistungsstärker als die üblichen kristallinen Produkte. Laut Singulus erzeugen Dünnschicht-Module schon bei schwachem Licht ordentlich Strom.

          Warburg sieht sehr viel Kurspotential

          Singulus-Chef Stephan Rinck sieht den Auftrag als Ausweis für die führende Rolle seiner Firma in dieser Technik. China National Building setze planmäßig den Ausbau mit Dünnschicht-Technik aus Kahl in China fort.

          Mit ihrem Freudensprung hat die Aktie aber nur einen geringen Teil ihrer Kursverluste aufgeholt. Schließlich stand sie vor Jahresfrist noch bei 9,50 Euro. Geht es nach Analyst Malte Schaumann von Warburg Research, dann hat das Papier noch viel Potential. Er empfiehlt die Aktie schon seit geraumer Zeit zum Kauf und hat das Kursziel bei 16 Euro gesteckt. Das sind etwa 160 Prozent, als der Titel aktuell kostet. Der Kurs von (seinerzeit 4,70 Euro) reflektierte einen austrocknenden Auftragsbestand, meinte er in einer Kursstudie von Mitte November. Aus seiner Sicht könne die sogenannte Pipeline aber eine Quelle schöner Überraschungen sein. Zu Monatsbeginn hat Warburg die positive Sicht auf Singulus bekräftigt.

          Nach neun Monaten des Jahres 2019 hatten die Unterfranken einen Umsatz von 61,5 Millionen Euro berichtet, nach 91 Millionen Euro vor Jahresfrist. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern war gerade noch in schwarzen Zahlen geschrieben. Der Auftragsbestand rutschte in diesem Zeitraum von gut 90 Millionen Euro auf nur noch 38,5 Millionen Euro ab. Nun liegt er wieder fast auf der ehemaligen Höhe.

          Aktie günstig bewertet, aber...

          Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter 1 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,8 gemessen an den Gewinnschätzungen der Analysten, die Singulus beobachten, ist die Aktie sicher nicht teuer. Die Bewertung dürfte aber auch die Zurückhaltung von Anlegern nach vielen Enttäuschungen in der Vergangenheit ausdrücken.

          Charttechnisch würde der Titel erst dann ein Ausrufezeichen setzen, wenn er die 200-Tage-Linie von unten kommend hinter sich ließe; dergleichen gilt als Kaufsignal. Dieser gleitende Durchschnitt verläuft aktuell bei etwa 6,80 Euro.

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