Nazi-Bücher empfohlen : TU Darmstadt trennt sich von Dozent
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Auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt Bild: Victor Hedwig
Er soll unter anderem Homosexuelle als „krank“ und „behindert“ bezeichnet haben. Zudem habe der Dozent NS-Literatur wie „Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes“ empfohlen. Das war der TU Darmstadt zu viel.
Die Technische Universität Darmstadt hat sich nach Angaben des Astas wegen diskriminierender Äußerungen von einem Lehrbeauftragten getrennt. Der Mann, der Seminare in Biologie-Didaktik anbiete, habe unter anderem Homosexuelle als „krank“ und „behindert“ bezeichnet. Er habe bedauert, dass man das Wort „Neger“ nicht mehr sagen dürfe, und den Studenten NS-Literatur wie „Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes“ empfohlen.
Als Informationsquelle habe er überdies die Internetseite „Wikimannia“ empfohlen, auf welcher unter anderem der Feminismus als „Hassideologie“ und Zuwanderung als „Invasion“ bezeichnet wird. Außerdem soll er Studentinnen prophezeit haben, sie würden niemals einen Mann finden. Statt eine Uni zu besuchen, sollten sie ihren „Mutterinstinkten“ nachgeben.
Vor rund einem Jahr hätten sich Studenten erstmals über den Dozenten beschwert, sagte eine Asta-Sprecherin gestern. Im Lauf der Zeit sei eine Reihe von Vorfällen schriftlich festgehalten worden. Schließlich habe die TU auf Drängen des Astas entschieden, dass der Lehrbeauftragte vom Wintersemester an keine Veranstaltungen mehr anbieten dürfe. Der Sprecher der TU teilt auf Anfrage mit, die Hochschule sei seit einigen Monaten mit der Angelegenheit befasst. Mehr dürfe er aus juristischen Gründen nicht sagen.