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„NSU 2.0“-Prozess : „Wenn ich könnte, würde ich ganz andere Sachen mit Ihnen machen“

Protest: Ein Künstlerkollektiv macht auf vermeintliche rechte Strukturen bei der Frankfurter Polizei aufmerksam. Bild: Lucas Bäuml

Seit Februar steht ein arbeitsloser IT-Techniker aus Berlin vor dem Landgericht Frankfurt. Alexander M. soll als „NSU 2.0“ Menschen bedroht haben, die ihm nicht passten.

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          Es war der achte Prozesstag, als Alexander M. seinen bis dato größten Ausraster hatte. Im Zeugenstuhl saß Deniz Yücel. Der Journalist, der wie so viele andere vom sogenannten NSU 2.0 bedroht wurde, sprach zwei Drohbriefe an, die nicht Gegenstand der Anklage sind. Yücel wandte sich an M. und fragte ihn: „Haben Sie das auch geschrieben?“ Und M. flippte aus. „Wenn ich könnte, würde ich ganz andere Sachen mit Ihnen machen“, brüllte er in Richtung Yücel, beschimpfte ihn als „Mistmade“ und „Stück Scheiße“.

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mit Provokationen – oder mit dem, was er dafür hält – kann Alexander M. nicht umgehen. Als der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, ebenfalls Geschädigter, zu Beginn des Prozesses sagte, aus der Anonymität agierende Drohbriefschreiber seien für ihn „kleine, feige Würstchen, die bei Mama im Keller wohnen“, und der Angeklagte sei für ihn bedeutungslos, schrie M. ebenfalls los. Den Journalisten zeigte er bei Prozessbeginn die Mittelfinger.

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