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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Rechtsextreme Hetze nach Hanau : Drohungen, ganz analog

„Ich würde gern mal erleben, dass Menschen, die so etwas verbreiten, in Prozessen verurteilt werden und lieber ein Jahr mehr als ein Jahr weniger“: Hanaus OB zum Thema Hasskriminalität Bild: EPA

Nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau gibt es feige, weil anonyme Beifallsbekundungen für den Mehrfachmörder. Sie zeigen abermals, wie verblendet ein Teil der Gesellschaft ist. Eines wiegt dabei besonders schwer.

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          Es gibt wohl kaum einen Begriff, der in jüngster Zeit so oft geäußert wurde wie der von „Hass und Hetze“. Im Sommer vergangenen Jahres haben die Behörden den Kampf dagegen aufgenommen, nachdem der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke mutmaßlich durch den Rechtsextremisten Stephan Ernst getötet worden war. Die Tat war im Netz gefeiert worden. Daraufhin haben Justiz- und Polizeibehörden ein dichtes Netz gestrickt, das dafür sorgen soll, dass derartige Äußerungen künftig festgehalten, strafrechtlich geprüft und gegebenenfalls geahndet werden.

          Nun, nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, haben die feigen, weil anonymen Beifallsbekundungen abermals gezeigt, wie verblendet und hasserfüllt ein Teil der Gesellschaft ist. So sehr, dass der Tod von Menschen nicht nur stillschweigend hingenommen, sondern sogar gutgeheißen wird.

          Oft keine zufriedenstellende Lösung

          Doch die Hetze ist weiterhin nicht nur in der digitalen Welt zu finden. Sie erlebt auch in analoger Form einen traurigen Aufschwung. Drohschreiben werden an Moscheen geschickt oder bei Ausländern und Bürgern mit Migrationshintergrund in den Briefkasten geworfen. Es ist eine Entwicklung, die die Polizei ernst nimmt, für die es aber oft keine zufriedenstellende Lösung gibt. Man kann nicht jeden Empfänger eines solchen Schreibens unter Polizeischutz stellen.

          Umso mehr wirkt hier ein psychologisches Moment, das nicht zu unterschätzen ist: Handschriftlich verfasste Drohbriefe, die direkt in den Briefkasten ihrer Opfer eingeworfen werden, haben oft eine viel größere Wirkung als jede noch so hasserfüllte Nachricht im Netz, weil sie persönlicher wirken. Es ist klar, dass die Täter mit diesem Vorgehen die Angst vor Tod und Gewalt noch weiter schüren wollen.

          Diese Macht darf man ihnen nicht geben. Für die Behörden ist das bei allen anerkennenswerten Bemühungen im Kampf gegen Rechtsextremisten eine weitere Herausforderung. Sie werden sich noch mehr Konzepte überlegen müssen, wie sie den Drohungen begegnen.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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