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Geldwäsche und Betrug : Echtes Gold und Oldtimer für falsche Scheine

Falsche Scheine: Die Fälschungen waren laut der Richterin sehr gut gemacht (Symbolbild). Bild: dpa

Zwei Männer haben unter anderem einen Oldtimer, Goldmünzen für 8000 Euro, einen Laptop sowie Autoreifen gekauft und mit nachgemachten 500-Euro-Scheinen bezahlt. Nun hat sie das Landgericht Hanau zu einer Haftstrafe von mehreren Jahren verurteilt.

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          Das Landgericht Hanau hat zwei Männer wegen Geldfälschung und Betrug zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatten sie im März 2016 einen Oldtimer, eine BMW Isetta, Goldmünzen für 8000 Euro, einen Laptop sowie Autoreifen gekauft und mit nachgemachten 500-Euro-Scheinen bezahlt. In einem weiteren Fall in Maintal blieb es beim Versuch, einen Gebrauchtwagen für 16.000 Euro zu kaufen, weil der Verkäufer bei der Übergabe bemerkte, dass ihm gefälschtes Geld übergeben wurde. Die beiden deutschen Angeklagten hatten mit verteilten Rollen zusammengearbeitet, wie die Vorsitzende Richterin Susanne Wetzel in ihrer Urteilsbegründung sagte.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der 53 Jahre alte Thomas W. aus Rodgau hatte sich das Falschgeld bei einer Gruppe von Kriminellen beschafft, mindestens 90 falsche 500-Euro-Noten. Die Fälschungen waren sehr gut gemacht, wie Wetzel sagte. Dafür habe der Angeklagte 25.000 Euro zahlen müssen.

          Das Ausgeben der gefälschten Scheine überließ er dem Urteil zufolge einem Bekannten, dem 41 Jahre alten Michael D. aus Wuppertal. Weil dieser über mehr Geschick im Auftreten und beim Verkaufen verfüge, habe er das Falschgeld „waschen“ sollen, indem er bei Käufen von privat damit bezahlte. Das wertete Wetzel als gemeinsam begangenen Betrug, bei dem Thomas W. Regie geführt habe. Michael D. habe bei Thomas W. Schulden gehabt, die ihm im Gegenzug erlassen worden seien. Die mit dem Falschgeld erworbenen Waren habe Thomas W. erhalten.

          Beide müssen zusammen 31.000 Euro an die Staatskasse zahlen

          Dafür wurde Thomas W. zu einer Haftstraße von drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Michael D. erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten. Weil für ihn noch weitere Strafen aus früheren Urteilen anstehen, zog das Gericht alte und neue Strafen zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren zusammen. Wegen der langen Dauer des Verfahrens gilt für beide Angeklagten ein Teil der Haft als schon verbüßt, für Thomas W. sechs Monate und für Michael D., der zurzeit schon eine früher verhängte Gefängnisstrafe absitzt, drei Monate. Mit diesem Strafmaß ging das Gericht bei beiden Angeklagten um einige Monate über das hinaus, was die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Außerdem müssen die beiden Männer nach dem Urteil zusammen 31.000 Euro an die Staatskasse zahlen. Dieser Betrag entspricht dem Nennwert des Falschgelds, das sie in Umlauf gebracht hatten.

          Wetzel sagte, beide Männer seien Kleinkriminelle mit etlichen Vorstrafen wegen ähnlicher Straftaten. Über eine lange Zeit hinweg hätten sie betrügerische Machenschaften zu einem „Finanzierungsmodell für den persönlichen Lebensunterhalt“ gemacht. Falls sie weiterhin immer wieder betrügen sollten, drohten ihnen Jahrzehnte im Gefängnis.

          Die Richterin hielt beiden Angeklagten ihre Geständnisse zugute, sagte aber auch, Thomas W. habe seine Beichte später abgelegt. Für Michael D. habe sie die Hoffnung, dass er sich tatsächlich ernsthaft besonnen habe und an sich arbeite, um in Zukunft ohne Straftaten zu leben. Er habe glaubwürdig reinen Tisch gemacht. Das Gericht hielt es Thomas zugute, dass er in der Hauptverhandlung den Namen des Kriminellen nannte, der das Falschgeld geliefert hatte. Es sei allerdings unklar, ob nach diesen Angaben gegen den Hintermann ermittelt werden könne. Möglicherweise sei der Name auch frei erfunden.

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