Historisches Lustical : Wie die Reliquien nach Seligenstadt kamen

Zum zweiten Mal wird an der Einhardbasilika ein „Lustical“ aufgeführt. Wieder geht es um ein historisches Geschehen, das diesmal bis nach Rom führt.
Zwischen Lichtgestalten und Finsterlingen liegt manchmal nur ein Lied. „Gott schütze unseren Kaiser hier und jetzt und überall“, erklang es jüngst im Jakobsaal des St. Josefshauses in Seligenstadt. Gemeint war damit Ludwig der Fromme. Der jüngste Sohn Karls des Großen spielt in der Geschichte der Stadt eine wichtige Rolle: 815 schenkte er Einhard, dem Vertrauten und Biographen Karls des Großen, große Ländereien in Michelstadt und Mulinheim, dem heutigen Seligenstadt. In dem vom Chor bei der Probe intonierten Stück besingen die Menschen am Kaiserhof in Aachen fast schon übertrieben inbrünstig die Frömmigkeit des Kaisers. Wenige Augenblicke später stimmte der Chor das musikalische Kontrastprogramm an. Mit großer Intensität und spürbarem Spaß am Rollenwechsel verschafften die Sängerinnen und Sänger einer Truppe römischer Briganten vielstimmiges Gehör: „Geld oder Leben, her mit Euren Kröten, sonst müssen wir Euch leider ein kleines Bisschen töten.“
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