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Nachlass einer Weltreisenden : Reisebilder einer ungewöhnlichen Frau

Selbstporträt: Milli Bau sitzt auf der chinesischen Mauer bei Peking (entstanden zwischen 1967 und 1972) Bild: Weltkulturen Museum Frankfurt

Im Alter von 50 Jahren wollte Milli Bau aufbrechen und ein neues Leben beginnen – ungebunden und außergewöhnlich mutig. Nun digitalisiert das Frankfurter Weltkulturen Museum den fotografischen Nachlass der Frau, die die Welt bereiste.

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          Anfang 1956 fuhr Milli Bau auf einem Frachtschiff von Hamburg nach Beirut – „gemütlich als einziger Passagier“, wie sie schreibt. Als sie schließlich im Hafen anlegten, fragte sie der Kapitän des Schiffs: „Frau Bau, sind Sie sicher? Ich nehme Sie gerne wieder mit zurück – kostenlos!“ Doch natürlich war sich Milli Bau sicher. Für ihre Reise in den Nahen Osten hatte sie zu Hause ja bereits alle Zelte abgebrochen. Nach dem Tod ihres Mannes, des Siemensdirektors Waldemar Bau, hatte sie das Haus in Hamburg verkauft, dazu alle Möbel, alle Bücher.

          Katharina Deschka
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie wollte aufbrechen und ein neues Leben beginnen. Sie war 50 Jahre alt. Nun ungebunden. Außergewöhnlich mutig. Und sie pfiff auf gängige Frauenbilder ihrer Zeit. Ganz allein machte sie sich auf den Weg, um mit ihrem VW-Bus zunächst dreieinhalb Jahre lang die Länder der Seidenstraße zu erkunden. Diese große Reise führte sie vom Mittelmeerraum über die Arabische Halbinsel bis nach China. Es blieb nicht bei dieser Fahrt. Insgesamt verbrachte Milli Bau, 1906 in Darmstadt geboren, mehr als 40 Jahre ihres Lebens auf Reisen – am liebsten nach Asien.

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