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Kommentar : Dennoch ein Erfolg

  • -Aktualisiert am

An der Bahn führt kein Gleis vorbei. Das gilt auch für den Ausbau der S-Bahn-Strecke zwischen Frankfurt und Friedberg. Aber dem Quasi-Monopolisten wurden Grenzen aufgezeigt.

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          An der Deutschen Bahn AG führt kein Gleis vorbei. Das hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wieder einmal zur Kenntnis nehmen müssen. Dessen erklärtes Ziel war es, das Monopol der Bahn im S-Bahn-Verkehr zu brechen.

          Um Wettbewerb zu schaffen, hatte der RMV alle S-Bahn-Linien ausgeschrieben. Aber obwohl er die Strecken in drei Bündel unterteilt hatte, um auch kleineren Anbietern eine Chance zu geben, bleibt ihm am Ende nichts anderes übrig, als der Bahn die Aufträge zu erteilen. Denn deren Tochter DB Regio hatte in allen drei Ausschreibungen das beste Angebot abgegeben.

          Ohnehin war die Zahl der Bewerber äußerst überschaubar, offenbar hat neben der Bahn nur noch der Hamburger Konzern Benex zusammen mit der Hessischen Landesbahn ein Angebot für das Kleyer-Bündel mit den Linien S1, S7, S8 und S9 abgegeben. Auf diesen Strecken muss, so die Vorgabe des RMV, der Betreiber neue Züge einsetzen. Benötigt werden 80 bis 90 Bahnen, die Beschaffungskosten dafür liegen bei mehr als einer halben Milliarde Euro. Eine solche gewaltige Summe kann natürlich ein Riese wie die Deutsche Bahn AG leichter stemmen als ein kleineres Verkehrsunternehmen.

          Billiger werden die Tickets nicht

          Kein Wunder also, dass S-Bahn-Ausschreibungen in Deutschland bisher überall mehr oder weniger gescheitert sind. Dennoch war die Ausschreibung der S-Bahn-Linien durch den RMV kein Schlag ins Wasser. Denn dieses Mal musste die Bahn knapper kalkulieren als zuvor. Dem Quasi-Monopolisten wurden Grenzen aufgezeigt. Genaue Zahlen will der RMV zwar erst in ein paar Tagen vorlegen, aber man darf davon ausgehen, dass der Verbund weniger an die Bahn zahlt als früher. Der Kunde seinerseits darf sich über neue Züge vor allem auf der Strecke zum Flughafen freuen.

          Billiger werden die Tickets dennoch nicht werden. Die Landesregierung will dem RMV den Zuschuss kürzen, der Verbund steht außerdem unter einem enormen Kostendruck. Die DB Regio will sich ein Teil der entgehenden S-Bahn-Einnahmen über eine Erhöhung der Stationsgebühren zurückholen. Der RMV wird auch hier merken, dass an der Bahn kein Gleis vorbeiführt.

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