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Klimaschutz : Kirchenpräsident für Tempolimit

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung auf der Synode in der Offenbacher Stadthalle. Bild: EKHN

Einen Beschluss hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zwar nicht gefasst. Doch der Kirchenpräsident will nicht schneller als 100 fahren.

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          Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Jung, macht künftig etwas langsamer. Auf der Synode der Landeskirche in Offenbach hat er die von der Evangelischen Kirche in Deutschland erhobene Forderung nach einem Tempolimit auf den deutschen Straßen unterstützt. Außerdem warb er für die freiwillige Selbstverpflichtung, mit Dienstfahrzeugen im kirchlichen Kontext nicht schneller als 100 Stundenkilometer auf Autobahnen und 80 auf Landstraßen zu fahren.

          Bernhard Biener
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung

          Auch Jung, der seit kurzem im E-Auto unterwegs ist, will sich daran halten. Auf der am Samstag zu Ende gegangenen Synode stand das Thema allerdings nicht zur Abstimmung auf der Tagesordnung. Anders als bei der Synode der EKD Anfang November, die politische Bemühungen um eine generelle Beschränkung auf Tempo 120 für Autobahnen unterstützen will. Die Kirche, zu deren Botschaft der Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gehöre, müsse sich intensiv mit den Herausforderungen des Klimaschutzes befassen, sagte Jung nach einer Mitteilung der EKHN. Dazu gehöre die Mobilität. Es gehe nicht um eine „neue Klima-Polizei“ auf Autobahnen, sondern um die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema und um aktives Tun.

          In diesem Zusammenhang verteidigte der Kirchenpräsident die Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“. Natürlich müsse über die Methoden wie Straßenblockaden oder Proteste in Museen diskutiert werden. Aber die überwiegend jungen Aktivisten dürften nicht einfach kriminalisiert werden. Es seien „junge Menschen, die zutiefst bewegt und sehr bewusst“ den Weg eines „friedlichen zivilen Ungehorsams“ wählten, um vor den lebenszerstörenden Folgen des Klimawandels zu warnen. Daher sei der kirchliche Dialog mit der „Letzten Generation“ geboten.

          Die Synode in Offenbach hat am Samstag den Weg für eine nachhaltige Energiewende frei gemacht. Perspektivisch will die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ihre mehr als 1 100 Gemeinden und Einrichtungen vollständig selbst mit Strom versorgen. Die bisher 100 Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Dächern decken etwa ein Drittel des gesamten Bedarfs. Es ist nun geplant, weitere Solaranlagen auf Dächern kirchlicher Gebäude und Solarparks auf kirchlichen Flächen zu errichten. Außerdem würden Gespräche mit Betreibern von Windkraft- und Photovoltaikanlagen geführt, berichtete der zuständige Leiter der Liegenschaftsabteilung.

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