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Synodaler Weg : „Diese Energie müssen wir jetzt nutzen“

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Krisengespräch auf dem Synodalen Weg: Wie soll es mit der Katholischen Kirche in Deutschland weitergehen? Bild: Wonge Bergmann

Kann die Katholische Kirche aus der derzeitigen Krise geführt werden? Die Teilnehmer des Synodalen Wegs aus dem Bistum Limburg sind vom ersten Treffen in Frankfurt angetan.

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          Susanne Schuhmacher-Godemann klingt fast euphorisch. Wenn die Pastoralreferentin aus Hofheim von ihrer Teilnahme am Synodalen Weg in Frankfurt berichtet, ist viel Hoffnung in der Stimme. „Ich bin sehr begeistert von der großen Offenheit, die in der Synodalversammlung herrschte“, sagt die Einundfünfzigjährige aus dem Bistum Limburg und fügt hinzu: „Für mich war das ein Superstart, viel besser als ich erwartet hatte.“ Wenige Tage vor der ersten Versammlung, die am Donnerstag begann und am Samstagmittag endete, hatte sich Schuhmacher-Godemann skeptisch geäußert, „ob wir da wirklich etwas bewegen können“.

          Die Pastoralreferentin ist eines von 230 Mitgliedern des Reformprojekts, das von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ausgerichtet wird. Die Kirche zieht mit dem gemeinsamen Weg von Klerikern und Laien die Konsequenz aus dem sexuellen Missbrauch in den eigenen Reihen. Die Synodalversammlung ist das oberste Organ, ihre Mitglieder wollen sich bis Ende 2021 drei weitere Male in Frankfurt treffen, um über die Themen Macht und Gewaltenteilung, priesterliches Leben, Frauen in Diensten und Ämtern sowie Sexualität und Partnerschaft zu diskutieren. Aus dem Bistum Limburg stammen elf Teilnehmer, von denen aber nicht alle von der Diözese nominiert wurden.

          Für den gastgebenden Bischof aus Limburg, Georg Bätzing, ist der Anfang gelungen. „Wir haben eine neue Kultur eingeübt, aufeinander gehört, ehrlich miteinander gesprochen. Wir waren gemeinsam still und haben zusammen gebetet. Das hat wunderbar funktioniert und gutgetan“, äußerte Bätzing nach der Versammlung, die am Freitag sehr lange über die Geschäftsordnung debattiert hatte, bevor sie sich mit den vier Themen beschäftigte. Diese Diskussion habe er gleichwohl als lohnend erlebt, weil sich darin viel gezeigt habe. Zur Themenarbeit sagte Bätzing: „Viel Energie und den meisten Druck habe ich bei den Themen Macht und Gewaltenteilung und bei der Frage nach der Rolle der Frau in der Kirche wahrgenommen. Diese Energie müssen wir jetzt nutzen.“ Die Frage nach der Rolle der Frau sei entscheidend für die Zukunft der Kirche. In den vier Themenforen müsse gut weitergearbeitet und klug argumentiert werden. „Wir brauchen Veränderung, die wirklich sichtbar ist.“

          Juliane Eckstein gehört zu den etwa 140 Synodalen, die bis zum nächsten Treffen im September in einem der vier Foren weiterarbeiten werden, in ihrem Fall im Forum zur Rolle der Frau. Die 36 Jahre alte wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Frankfurter Hochschule St. Georgen hat die erste Versammlung nach eigenen Worten als „sehr spannend, sehr eindrücklich“ erlebt. Die intensive Arbeit an der Geschäftsordnung sei wichtig gewesen. „Man muss sich erst einmal finden, einen Arbeitsmodus und die Spielregeln festlegen.“ Gezeigt habe sich auch, dass manche Dinge besser erklärt werden müssten. So hätten jüngere Teilnehmer kritisiert, dass die Bischöfe wie selbstverständlich mit lateinischen Begriffen hantierten, die sie nicht verstünden. Herausragend fand Eckstein, wie weit die Pläne der Bischöfe für eine Verwaltungsgerichtsbarkeit der katholischen Kirche gediehen seien. „Das hat mich positiv überrascht.“

          Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz sprach in einer Bistumsmitteilung von einem verheißungsvollen Auftakt. „Es war viel Spannung und Energie in den Beratungen zu spüren. Manchmal hat sie sich entladen. Es ist viel Kraft da, die darauf wartet, entbunden zu werden.“ Der Frankfurter Jugendpfarrer Werner Otto sagte, er sei „mit Begeisterung“ aus der Versammlung herausgekommen und habe „eine sehr offene, hierarchiefreie Atmosphäre“ erlebt. Beeindruckt und berührt hätten ihn die freimütigen, teils sehr persönlichen Äußerungen mancher Teilnehmer zu den Themen Gleichberechtigung und Sexualmoral. Es bedanke sich für den „Mut, den viele dabei bewiesen haben“.

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