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Eintracht Frankfurt : Nur gute Nachrichten

  • -Aktualisiert am

Der „alte Meier“ ist wieder da: In Fürth beendet der erfolgreichste Eintracht-Torschütze seine Flaute. Bild: dapd

Erst die Vertragsverlängerung mit Veh, dann wieder ein Sieg: Nach dem 3:2 in Fürth freut sich die Eintracht auf das Topspiel gegen Bayern.

          Alexander Meier sieht ja oft ein bisschen traurig aus, auch wenn eigentlich alles in Ordnung ist. Insofern war der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt ganz bei sich, als er am Ostersonntag in Fürth zur Nachbetrachtung ausholte. 3:2 gegen die abgeschlagene Spielvereinigung, ein früher Rückstand unter seiner Beteiligung, ein Treffer von ihm in der zweiten Halbzeit - kaum einer war besser geeignet zu erzählen, wie die Partie vom Spielfeld aus gewirkt hatte, was gut und was schlecht gelaufen war. Und das tat Meier dann mit ebenjener Melancholie, die seinem Naturell entspricht. Zu größerer Betrübnis hatten er und die Eintracht auch keinen Grund. Unter schwierigen Bedingungen - frühes 0:1 in der 2. Minute, ein Rasen wie ein Acker, ein verzweifelt kämpfender Gegner - kam die Eintracht zu ihrem ersten Sieg nach sechs Partien und zum ersten Spiel seit Anfang Dezember mit mehr als zwei Toren; damals gewann sie 4:1 gegen Bremen. Alles bestens also im kleinen, schon mit 18 000 Zuschauern ausverkauften Fürther Stadion, zumal die ominöse, zuletzt vielzitierte 40-Punkte-Marke übertroffen wurde. Das macht Platz fünf. Mit nach wie vor besten Perspektiven.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Angefangen hatte die Partie mit einem Kuriosum, das die Beine schon mal schwer machen kann. Fürth, in dieser Saison noch ohne Sieg zu Hause, erwischte durch den Treffer von Nikola Djurdjic einen Traumstart, und da mag der Gedanken aufgekommen sein, ob dies ein historisch einmaliger Tag werden würde. Mit der Eintracht als erstem Verlierer in Fürth in der Geschichte der Bundesliga.

          Aufgewühlt und munter kommentierend

          Meier hatte nach einer Ecke seine 1,96 Meter in die Höhe geschraubt, er wurde lang und länger, aber der Ball touchierte seinen Kopf nur leicht, er flog Djurdjic am langen Pfosten vor die Stirn, und der traf ohne Probleme. „Ich muss da hingehen“, sagte Meier über seine unbeabsichtigte Vorarbeit, „ich kann den Kopf ja nicht einziehen.“ Fortan kam die Eintracht nicht so richtig in Tritt, die Fehlerquote war höher als gewohnt, und die Fürther griffen die Frankfurter Verteidiger schon beim Spielaufbau aggressiv an. Eine unangenehme Lage. Takashi Inuis präziser Fernschuss zum 1:1 (12. Minute) nach Vorarbeit von Meier entspannte die Situation wieder, was der Spielweise der Frankfurter deutlich anzumerken war. Dieser Effekt war auch beim 2:1 durch Stefan Aigner (58.) nach Vorarbeit von Bastian Oczipka und beim 3:1 von Meier (68.), bei dem Inui als Störenfried im Fürther Spielaufbau nützliche Dienste geleistet hatte, zu beobachten. So weit, so gut also. Aber danach machte es die Eintracht noch einmal spannend.

          Das war auf der Tribüne auch Vorstandschef Heribert Bruchhagen anzumerken, der die Partie nach Augenzeugenberichten aufgewühlt und munter kommentierend verfolgte hatte. Darauf angesprochen, sagte Veh nach dem Spiel ganz entspannt: „Lebt er noch?“ Darin spiegelte sich das Endergebnis, denn nach Sercan Sararers 2:3 (72.), bei dem Rechtsverteidiger Sebastian Jung als Gegenspieler des Torschützen von seinen Nebenmännern alleingelassen wurde und deshalb nicht gut aussah, passierte nichts Entscheidendes mehr. Meier monierte trotzdem: „Dass wir am Schluss noch mal so unter Druck gekommen sind, darf uns nicht passieren.“ Tatsächlich kam der Gegner kurz nach dem Anschlusstreffer sogar noch zu einem Pfostentreffer durch den Torschützen Djurdjic, der Sieg der Eintracht, so verdient er am Ende war, kam also noch einmal in höchste Gefahr.

          Kein böses Erwachen

          „Nach dem 3:1 müssen wir mehr Ruhe reinbekommen“, sagte Jung. In diese Bredouille wären die Frankfurter womöglich gar nicht erst gekommen, wenn Srdjan Lakic im ersten Durchgang einen Kopfball aus kurzer Entfernung ins Tor statt darüber plaziert hätte und Aigner bei einem Kopfballtor nicht im Abseits gestanden hätte. Jedenfalls musste sich die Eintracht am Ende kräftig wehren, und sie tat es mit entschlossener Abwehrarbeit - mit Martin Lanig für den leicht verletzten Kapitän Pirmin Schwegler, mit Marco Russ als zusätzlichem Verteidiger und nach der Auswechselung von Lakic und Aigner ohne Sturmspitze.

          Der Abend verlief jedenfalls ohne böses Erwachen für die Eintracht, und nur wenige Tage nach der Vertragsverlängerung von Trainer Armin Veh endete die Woche ungefähr so erfreulich, wie sie begonnen hatte. Jung legte die Rolle als Mahner dann auch schnell wieder ab und gönnte sich einen Blick auf den Samstag, wenn die Bayern nach Frankfurt kommen, der Erste also gegen den Fünften spielt. „Vielleicht können wir ihnen die Party ja vermiesen“, sagte Jung, wohl wissend, dass die deutsche Meisterschaft schon in vier Tagen in Frankfurt entschieden werden kann. „Oder wenigstens verschieben“, fügte der Königsteiner hinzu. Er stellte in Aussicht, sich bis zu diesem Spiel zu erklären, also zu verraten, ob er in Frankfurt bleibt oder zu einem anderen Verein wechselt. Versprechen wollte er allerdings nichts, es könne auch kurz danach so weit sein. Es wäre die nächste erfreuliche Meldung bei der Eintracht, sollte er seinen Vertrag verlängern. Aber mit guten Nachrichten geizen sie ja gerade nicht in Frankfurt.

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