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Eintracht Frankfurt : Die Eintracht vor dem Umbruch

Also doch Stuttgart: Armin Veh bleibt am Bundesliga-Ball. Bild: AFP

Es steht fest: Veh geht nach Stuttgart. Und die Frankfurter suchen weiter einen Trainer. Wirtschaftlich sind sie erfolgreich wie nie. Sportlich gibt es Fragezeichen. Jung bekommt zwei Millionen Euro pro Jahr geboten.

          3 Min.

          In einem waren sich alle einig: Gut, dass es vorbei ist! Diese Saison mit ihrem eigentümlichen Verlauf, den vor allem auf der internationalen Bühne erlebten Sternstunden und den im Bundesliga-Alltag oft schmerzlichen Misserfolgen, hat Spuren hinterlassen. Erholungsbedürftig sind sie alle, die am Samstag beim 1:2 in Augsburg noch einmal das Frankfurter Trikot trugen. Doch Urlaub macht zunächst nur einer: Armin Veh. Bevor er seine Ferien antrat, traf der Trainer, der genug von der Eintracht hat, am Sonntagabend aber noch schnell eine für ihn wichtige Entscheidung: Er einigte sich mit dem VfB Stuttgart über einen Zweijahresvertrag. Die Hessen-Tour, zu der die Frankfurter Profis an diesem Montag aufbrechen und die sie auf Provinz-Sportplätze in Schrecksbach, Langen, Groß-Rohrheim und Oberdorfelden in hautnahen Kontakt mit ihren Fans bringen wird, absolviert der Chefcoach nicht mehr mit. Er lässt sich von seinem Assistenten Reiner Geyer, den er dann auch mit zum VfB nimmt, vertreten. Veh verständigte sich zugleich mit dem Eintracht auf ein vorgezogenes Ende seiner dreijährigen Dienstzeit. Sein Kontrakt läuft zwar bis zum 30. Juni, doch der 53-Jährige gab unter anderem bereits seinen Dienstwagen ab. Sein Comeback bei den Schwaben gibt er vom 1. Juli an. Er folgt dort auf Huub Stevens. Für den VfB hat Veh schon von 2006 bis 2008 gearbeitet, mit großem Erfolg: 2007 wurde der Verein Meister. Nun begründete er seine Rückkehr vor allem mit dem Potential, das er in der Mannschaft sieht und den besseren wirtschaftlichen Möglichkeiten, einen Kader nach seinen Vorstellungen zu formen. In Stuttgart beläuft sich der Spieleretat demnächst auf rund 42 Millionen Euro, bei der Eintracht wird er um 25 Prozent niedriger sein.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Für den Großteil seines Teams beginnt erst an diesem Freitag die mehrwöchige Verschnaufpause – sofern sie nicht wie die Schweizer Schwegler und Barnetta, der Ivorer Djakpa (und eventuell der Japaner Inui) die WM in Brasilien absolvieren. Auch Sebastian Jung steht vor dem endgültigen Abschluss der Spielzeit noch mal im Rampenlicht. An diesem Dienstag gehört er zum Aufgebot von Bundestrainer Löw. Nach dem Spiel gegen Polen in Hamburg will Jung klarstellen, wo er seine Zukunft sieht: Weiter bei der Eintracht, die ihm eine Verlängerung seines bis 2015 gültigen Vertrags um vier Jahre angeboten hat – oder andernorts? Dank einer Klausel in seinem Kontrakt ist er frei in seiner Wahl. „Ich fahre jetzt zur Nationalmannschaft, da freue ich mich drauf“, sagte Jung. Sobald mehr Ruhe eingekehrt sei, werde er sich dann „verschärft Gedanken machen“.

          Doppelter Verdienst für Jung in Wolfsburg

          Er war in den vergangenen Tagen schon im Wolfsburger Trikot (das er vom früheren Eintracht-Kapitän Patrick Ochs erhalten hatte) auf der Eintracht-Geschäftsstelle erschienen. Nicht alle konnten intern über die als Gag gedachte Aktion lachen, doch am Samstag hörten Sportdirektor Bruno Hübner und Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende, genau hin, was der Spaßvogel aus Königstein in den Katakomben der Augsburger Arena zu sagen hatte. Auch in seinen Interviews ließ er offen, wohin seine persönliche Reise demnächst geht. Doch vielsagend fügte er immerhin an, er könne sich sehr wohl vorstellen, in Frankfurt zu bleiben, „denn da gefällt es mir ja“.

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