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Darmstadt 98 : Gestärktes Binnenklima vor Treffen mit dem „Club“

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Ob er auch an diesem Freitagabend wie beim Hinspiel gegen den „Club“ wieder jubeln kann: SV-Sturmtank Stroh-Engel (rechts) Bild: dpa

Vor der Partie beim 1. FC Nürnberg senden die Darmstädter „Lilien“ Signale der Stabilität aus. Außer Trainer Schuster haben sich auch Ko-Trainer Sascha Fanz und Torwarttrainer Dimo Wache sich bis 2018 an den Verein gebunden.

          Es war ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für die Kommunikation einer für den SV Darmstadt 98 großen Sache. Erst als die Mannschaft informiert, „das letzte Komma gesetzt und die Tinte trocken war“, wie Präsident Rüdiger Fritsch sagt, machten die „Lilien“ am späten Mittwochabend die Vertragsverlängerung von Trainer Dirk Schuster öffentlich. Der Coach, der den Klub von der Schwelle zur Viertklassigkeit an die Tür zur ersten Liga geführt hat, unterschrieb ein neues Arbeitspapier bis 2018. Gültig für die ersten drei Ligen hierzulande.

          „Ich denke, dies ist das richtige Zeichen nach innen und außen, dass wir in unserer Entwicklung noch nicht am Ende angelangt sind“, sagte Schuster, dessen ursprünglicher Kontrakt noch bis 2016 gelaufen wäre. Der 47-Jährige hat während seiner Zeit am Böllenfalltor nie einen Hehl daraus gemacht, dass er das, was er als Spieler vollbracht hat, auch als Trainer unbedingt schaffen möchte: dem Elitekreis Bundesliga angehören. Dieses Ziel schien bis vor kurzem nur durch einen Vereinswechsel denkbar. Schusters Bekenntnis zu den „Lilien“ ist deshalb auch ein Ausdruck seines Glaubens, dieses Ziel mit dem südhessischen Außenseiter erreichen zu können. Die Chancen stehen angesichts von Rang drei und 48 Punkten nach 27 Spieltagen nicht schlecht.

          Reihenweise Verlängerungen

          Wichtige Zeichen nach außen wie diese Vertragsverlängerungen – auch Ko-Trainer Sascha Fanz und Torwarttrainer Dimo Wache banden sich bis 2018 – brauchen die „Lilien“ in ihrer seit vielen Monaten währenden Dauererfolgsphase derzeit nicht wirklich. Schuster und auch Präsident Fritsch unterstreichen deshalb vor allem die Bedeutung des Schrittes für das Binnenklima in der Profiabteilung. Bestärkt noch durch die nur wenige Stunden vorher bekanntgegebene Vertragsverlängerung von Führungsspieler Aytac Sulu (ebenfalls bis 2018), zu dem Schuster ein besonderes Verhältnis pflegt.

          Kapitän und Chefcoach gehen also voran im Schlussspurt einer schon jetzt sensationell anmutenden Saison – und andere Profis, welche das erfolgreiche Spiel der „Lilien“ besonders prägen, sollen folgen. Die Verträge von Leistungsträgern wie Romain Bregérie, Fabian Holland oder Florian Jungwirth laufen im Sommer aus. Und es sollen nicht mehr viele Leistungsträger dem Beispiel Hanno Behrens’ folgen, mit dem die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung unlängst scheiterten.

          Dass sich Schuster in Darmstadt auch finanziell verbessert hat, steht außer Frage. Auch enthält Schusters Vertragswerk Klauseln, die dem Fußballlehrer unter bestimmten Voraussetzungen einen vorzeitigen Ausstieg ermöglichen. Laut Präsident Fritsch seien diese aber in der Branche Usus und kein Grund, „Wasser in den Wein zu schütten. Das gesamte Trainerteam sieht den SV 98 als sein Baby an.“

          Schuster spricht von einem „vertrauensvollen, sich gegenseitig befruchtenden Umfeld“, das er an seinem Arbeitsplatz genieße. Seine Darmstädter Profis treibt Schuster nun seit 28 Monaten zu Höchstleistungen an, ohne dass Verschleißerscheinungen zu erkennen wären. Dies dürfte auch an diesem Freitagabend (18.30 Uhr) beim 1. FC Nürnberg so sein. Der Sachse kann im Frankenland personell aus dem Vollen schöpfen und auch wieder auf Jan Rosenthal zurückgreifen. Mit einem Sieg in der WM-Arena bei den schwächelnden Nürnbergern ließe sich die Begeisterung rund um den Klub noch mal immens steigern. „Man sieht im Training, dass sich keiner der Jungs auf dem bisher Geleisteten ausruht“, sagt Schuster.

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