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Bundestagskandidatur : Schäfer-Gümbel bedauert Konflikt mit Michael Paris

  • Aktualisiert am

Will in den Bundestag: Michael Paris. Bild: Hoang Le, Kien

Der Frankfurter Sozialdemokrat Paris hat seine Partei vor den Kopf gestoßen. Er will neben der SPD-Kandidatin Nissen im selben Wahlkreis als Unabhängiger für den Bundestag kandidieren, die SPD aber nicht verlassen.

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          Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel bedauert die Entscheidung des ehrenamtlichen Frankfurter Stadtrats Michael Paris für eine unabhängige Bundestagskandidatur. „Ich kann nur zur Kenntnis nehmen, dass er sich für einen Weg außerhalb der SPD entschieden hat“, sagte Schäfer-Gümbel am Montag in Wiesbaden. Er habe in den vergangenen Tagen mit Paris telefoniert, sagte Schäfer-Gümbel, ohne Details zu nennen. Verabredungen hätten offensichtlich nicht gehalten.

          Die Frage eines Parteiausschlusses sei Sache derjenigen, die satzungsgemäß dafür zuständig seien. Der Vorstand des SPD-Unterbezirks Frankfurt beriet am Montag über einen Ausschluss von Paris. Die Frankfurter Jusos reagierten empört auf die Entscheidung von Paris und forderten dessen sofortigen Parteiausschluss.

          „Ich trete nicht aus, ich bleibe Sozialdemokrat“

          Der 58 Jahre alte Paris war parteiintern sowohl bei der OB-Kandidatur sowie bei der Aufstellung der Landtagskandidaten gegen unterlegen. Um bei der Bundestagswahl kandidieren zu können, müsste er bis 15. Juli 200 Unterschriften wahlberechtigter Bürger aus dem Wahlkreis vorlegen.

          „Ich trete nicht aus, ich bleibe Sozialdemokrat“, sagte Paris in Frankfurt der dpa. Seine Kandidatur schade der SPD nicht. Er sehe im Wahlkreis 183 Frankfurt II eine Lücke zwischen Ulrike Nissen am linken Rand der SPD und Erika Steinbach am rechten Rand der CDU. Als Steigbügelhalter für Steinbach sehe er sich nicht. „Sonst hätte ich es nicht gemacht.“ Omid Nouripour, der im selben Wahlreis für die Grünen antritt, sieht das wie die Frankfurter Jusos: „Wer die Wiederwahl von Steinbach als Wahlkreisabgeordnete verhindern will, muss Grün wählen.“

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