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Im Südosten der Peloponnes : Den Göttern so nah

Karge Kalkstein-Landschaft auf der Halbinsel Mani. Bild: Picture-Alliance

Die Antike ist hier überall. So wie die Ölbäume, deren knorrige Stämme den Reisenden auf dem Weg nach Sparta begleiten: Eine Rundreise im Südosten der Peloponnes.

          9 Min.

          Dies ist die Geschichte zweier Trümmerstädte, eines englischen Abenteurers, der in einem Dorf an der Südspitze Griechenlands zur Ruhe kam, und einer Höhle voller Säulen. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Landschaft.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Von ganz weit oben betrachtet, von da also, wo kein normaler Reisender je hinkommt, ähnelt die Peloponnes einer Pfote mit vier Krallen: Die äußeren sind kurz und dick, die beiden mittleren lang und dünn. Die westlicher gelegene davon, die Halbinsel Mani, ist die Verlängerung eines Gebirgsrückens, des Taygetos, dessen Gipfel bis zu zweieinhalbtausend Meter aufragen. Auf beiden Seiten, im Osten und Westen, haben die Flüsse Eurotas und Pamisos fruchtbare Talebenen aufgeschwemmt. Die östliche der beiden heißt Lakonien; ihre Hauptstadt seit Urzeiten war und ist auch heute Sparta. Die westliche Ebene heißt Messenien; ihr Zentrum, Messene, wurde 369 vor Christus gegründet und bestand etwa neunhundert Jahre. Sparta und Messene waren keine friedlichen Nachbarn – sie waren Feinde, sie bekriegten sich bis aufs Blut. Doch das ist vorbei. Heute ruhen Messenien und Lakonien vereint unter der milden Herrschaft des Olivenbaums.

          1. Kalamata

          Wer auf der nagelneuen mautpflichtigen Autobahn von Athen nach Kalamata fährt, sieht sie in grünen Wellen die Taygetoshänge herabfließen: weite, offene, im Wind silbrig glänzende Haine. Kalamata, die heutige Hauptstadt Messeniens, ist das Zentrum der griechischen Olivenölproduktion. Wenn man durch die breiten Alleen und über die gepflegten Plätze der Stadt läuft, möchte man nicht glauben, dass es je eine griechische Wirtschaftskrise gegeben hat. Nur in der Altstadt unter der fränkischen Kreuzritterburg zeugen bröckelnde Fassaden von der Depression, der das Land sich langsam entwindet. In der Apostelkirche an der Kreuzung dreier Straßen wurde im März 1821 der Beginn des Freiheitskampfes gegen die Türkenherrschaft verkündet. Kalamata war die erste Stadt, die die Rebellen unter Theodoros Kolokotronis und Petros Mavromichalis in Besitz nahmen, und obwohl die Türken vier Jahre später zurückschlugen und die Stadt niederbrannten, nimmt sie in der imaginären Geographie der Griechen einen herausragenden Platz ein. Auch deshalb floss nach dem Erdbeben von 1986 so viel Geld nach Kalamata, dass die wiederaufgebaute Stadt an vielen Stellen etwas südfranzösisch Aufgeräumtes hat – und das bei deutlich niedrigeren Preisen.

          Kalamata ist das Zentrum der griechischen Olivenölproduktion.
          Kalamata ist das Zentrum der griechischen Olivenölproduktion. : Bild: Picture-Alliance

          Warum es mit dem griechischen Export trotz bester Qualität aller Agrarprodukte nicht richtig klappt, erfahren wir bei einer Olivenölverkostung im Laden von George Koutelas am Altstadtrand. Das Öl, das man bei Koutelas aus angewärmten Glasschälchen süffeln und beidseitig schlürfend auf die hinteren Papillen der Zunge ziehen muss, schmeckt genau so köstlich nussig wie die schwarze Kalamata-Olive überhaupt, aber es gelangt nie in deutsche Supermarktregale. Entweder verzehren es die Griechen selbst, oder es wird von italienischen Importeuren aufgekauft und mit anderen Ölsorten zum immergleichen schwachbrüstigen Extra-Vergine-Öl verschnitten, an das die Verbraucher nördlich der Alpen gewöhnt sind. Denn in Hellas sind die meisten Hersteller Familienbetriebe, Kooperativen gibt es kaum. Marktmacht lässt sich so nicht aufbauen. Ein paar Jungunternehmer, sagt Koutelas, haben die Zeichen der Zeit begriffen und versuchen, Netzwerke aufzubauen. Aber sie müssen viele Hindernisse überwinden: Jede Lage und jeder Jahrgang haben ihren besonderen, von Klima und Bodenbeschaffenheit abhängigen Geschmack und jeder Produzent hat seine eigene Vorstellung von Preisgestaltung. Auch hier herrscht das Kirchturmdenken, das schon die antiken Stadtstaaten in unaufhörliche Kleinkriege gegeneinander trieb.

          2. Messene

          Hoch über dem Tal des Pamisos, zu Füßen des achthundert Meter hohen Berges Ithomi, liegt die Ausgrabungsstätte von Messene. Auch dieser Ort, mit zwanzigtausend Einwohnern eine der Metropolen der Antike, ist das Produkt eines Krieges. 371 vor Christus schlug der thebanische Feldherr Epaminondas, der Erfinder der schiefen Schlachtordnung, ein Heer der Spartaner bei Leuktra und beendete damit die jahrhundertelange spartanische Dominanz auf der Peloponnes. Zwei Jahre danach begannen die aus Sizilien, Süditalien und Nordgriechenland zurückgekehrten Exil-Messenier, am Ithomi ihre neue Hauptstadt zu errichten – mit zyklopischen Mauern, prächtigen Tempeln, einem gewaltigen Stadion und einem Theater mit Meerblick. Fünfhundert Jahre später waren die Mauern immer noch derart imposant, dass der Reiseschriftsteller Pausanias in seiner „Beschreibung Griechenlands“ erklärte, er kenne zwar die Türme Babylons nicht, aber eine mächtigere Befestigung als diese habe er noch nicht gesehen.

          Blick auf die antike Ausgrabungsstätte Messene bei Kalamata.
          Blick auf die antike Ausgrabungsstätte Messene bei Kalamata. : Bild: Picture-Alliance

          Auch der Asklepiostempel – das zentrale städtische Heiligtum –, die Agora, das Brunnenhaus und weitere Großbauten haben Pausanias so stark beeindruckt, dass er ihnen ausführliche Beschreibungen widmete, auf deren Grundlage die Stadt seit vierzig Jahren ausgegraben und rekonstruiert wird. Petros Themelis, der leitende Archäologe, ist ein entschiedener Verfechter der These, dass man alles, was sich aus Trümmerstücken zusammensetzen lässt, auch zusammensetzen soll. Deshalb sieht Messene, anders als manch andere antike Stätte, nicht bloß wie ein bis auf die Zahnstümpfe abgenagtes Gebiss aus, sondern tatsächlich wie eine Stadt: Hier die Sitzreihen der Theater- und Stadionbesucher, dort die Wandelhallen des Asklepieions mit ihren zahlreichen Statuen, die inzwischen regensicher im Museum des nahegelegenen Dorfes Mauromati stehen, weiter oben die Agora, auf der ein Stein mit einem Löwen darauf noch heute die Stelle anzeigt, an der sich einst der Fleischmarkt befand. Wenige Schritte entfernt, in einem Kellergelass unter den Resten des städtischen Schatzhauses, musste Philopoimen, der letzte große Kämpfer für die Einheit der Hellenen, 181 vor Christus den Schierlingsbecher trinken, nachdem ihn seine messenischen Gegner bei einem Überfall gefangen hatten. Seine Asche wurde siebzig Kilometer von hier in seiner Heimatstadt Megalopoli begraben; sein Geist aber, der Geist der griechischen Selbstbehauptung, überlebte die Antike, die Völkerwanderung, die oströmischen Kaiser und türkischen Sultane und schlug Wurzeln in Mani.

          3. Mani

          Von Messene bis zur oberen Mani-Halbinsel sind es nur zwei Stunden Fahrt, und doch reist man in eine andere Welt. Hier sind die Berge höher, die Schluchten steiler, und die südliche Vegetation bekommt einen nördlichen Schimmer. Im Mittelalter, nach den Wirren der Völkerwanderung, war Mani ein vernachlässigtes Hinterland des Thema Peloponnes, der von Korinth aus regierten Südprovinz des Byzantinischen Reiches. Mit der türkischen Eroberung im 15. Jahrhundert aber schlug seine große Stunde. Denn den Soldaten des Sultans gelang es nie, die rauhe Gebirgslandschaft vollständig zu unterwerfen. Sie begnügten sich damit, über der Bucht von Itylo, am Zugang zur unteren Mani, ein Kastell als Wachtposten zu errichten, dessen Mauern heute noch zu sehen sind, und ließen die Manioten ansonsten in Ruhe.

          Wanderer in der kargen Landschaft der südlichen Mani-Halbinsel.
          Wanderer in der kargen Landschaft der südlichen Mani-Halbinsel. : Bild: Picture-Alliance

          Diese streckten ihrerseits Fühler zu Exilgriechen und Philhellenen in ganz Europa aus, nach Venedig und Marseille ebenso wie nach London und Paris. Das bitterarme Mani wurde ein Hort des freiheitlichen Denkens. Nicht zufällig fasste der Aufstand von 1821 hier zuerst Fuß, bevor er auf die übrige Peloponnes und das Festland übersprang. In Areopoli, dem Hauptort der südlichen Halbinsel, ist noch die Bäckerei zu sehen, in der die Rebellen ihr Brot kauften, bevor sie nach Kalamata aufbrachen. Das Bronzestandbild von Petros Mavromichalis steht ein paar Meter weiter auf dem Marktplatz. Der Volksheld ist eine untersetzte Gestalt mit Pluderhosen, Krummschwert und riesigen Pistolen im Gürteln. Er sieht nicht aus wie ein Mann, von dem man ein Fass Kalamata-Oliven kaufen würde, aber darum ging es damals ja auch nicht.

          Auf der kulturellen Landkarte Europas wäre Mani bis heute ein blinder Fleck, wenn es Patrick Leigh Fermor nicht gegeben hätte. Fermor, Sohn eines britischen Geologen, entdeckte die Halbinsel in den frühen fünfziger Jahren per Boot und verliebte sich sofort in sie. Schon damals war er ein berühmter Reiseschriftsteller und Kriegsveteran – auf Kreta hatte er 1944 einen deutschen General entführt –, aber durch sein Buch über Mani wurde er zum Stifter eines Kults. Seit es 1958 erschien, reisen Briten aller Schichten zum Mittelfinger der Peloponnes, um zu sehen, was Fermor gesehen hat, und allmählich folgen ihnen auch die Griechen und die anderen Europäer. Fermor selbst ließ sich in Kardamili im nördlichen Teil von Mani nieder und lebte dort bis kurz vor seinem Tod 2011. Seine Villa über einer Meeresbucht im Süden des Ortes diente zwei Jahre später als Schauplatz für die Eröffnungsszenen von Richard Linklaters Film „Before Midnight“ mit Julie Delpy und Ethan Hawke. Derzeit ist sie wegen Renovierung geschlossen; ein griechischer Kulturfonds, dem Fermor das Anwesen vermacht hat, will ein Gästehaus für Künstler und Schriftsteller daraus machen.

          Boote im Hafen von Kardamili.
          Boote im Hafen von Kardamili. : Bild: Picture-Alliance

          Das wilde, ungezähmte Mani, das Fermor beschreibt, die Heimat der Wehrtürme, der Blutfehden zwischen Familienclans und der aus der Antike stammenden Totengesänge, der mirológia, war schon zu seiner Zeit kaum mehr als eine Erinnerung. Inzwischen lebt die Halbinsel von den Touristen und den griechischen Ferienhausbesitzern, die Türme, bis vor kurzem dem Verfall preisgegeben, werden von ihren Eigentümern renoviert, und an den Hügeln über der Landstraße entstehen immer neue Villen mit hellen Steinfassaden im gesetzlich vorgeschriebenen Mani-Stil. Die Bucht von Itylo, in der im Winter nur sechs Personen leben, ist von Mai bis Oktober ein Ferienparadies. Wer Glück hat, kommt außerhalb der Saison hierher, wenn keine Bootsmotoren das Wind- und Meeresrauschen übertönen. Dann kann man hören, was den Ohren der Großstädter verschlossen bleibt: den Sound einer Welt, in der ein Segelschiff das schnellste Verkehrsmittel war.

          Ortsansicht von Itylo.
          Ortsansicht von Itylo. : Bild: Picture-Alliance

          In den Diros-Höhlen zwischen Itylo und Areopoli taucht man aus der Jetztwelt in die Erdgeschichte ab. Die größte der drei Tropfsteinhöhlen, die Glyfada, ist mit Booten befahrbar, deren Führer mindestens so elegant durch das steinerne Dickicht der Kalksäulen rudern wie die Gondolieri Venedigs durch ihre Kanäle. Die unterirdisch mit dem Meer verbundenen Höhlen wurden erst 1923 entdeckt. Patrick Leigh Fermor ist hier noch geschwommen; heute muss man, nachdem man am Eingang ein Ticket gelöst hat, eine Rettungsweste überstreifen und im Boot den Nacken einziehen, wenn ein Stalaktit zu tief von der Decke ragt.

          In der Alepotrypa-Höhle, der kleinsten der drei, fand man einen steinzeitlichen Begräbnisplatz aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend mit Knochen, Äxten, Muscheln und Obsidianklingen. Nach einer Unterbrechung um 3200 vor Christus wurde die Grabstätte in mykenischer Zeit wieder benutzt. Im klassischen Griechenland, vermuten die Archäologen, verband sich die lokale Erinnerung an den Ort mit der Mythologie, die den Eingang zur Unterwelt ans Kap Tainaron an der äußersten Südspitze der Halbinsel verlegte. Zur Zeit des Pausanias, den wir in Messene kennengelernt haben, stand dort ein Tempel für den Meeresgott Poseidon. So reicht selbst das jüngst Entdeckte tief in die Vergangenheit hinein. Auch die Liste der griechischen Siege, die ein privater Spender vor gut hundert Jahren in das Befreiungsdenkmal auf dem Hauptplatz von Kardamili meißeln ließ, beginnt mit der Schlacht von Troja. Von Homer über Pausanias zu Fermor, für wahre Hellenen ist das ein Katzensprung.

          4. Mistra

          Pausanias, der wackere Baedeker des zweiten Jahrhunderts nach Christus, war auch in Sparta. Er hat den Athena- und den Augustustempel gesehen, die leeren Marktplätze und Theater, die Provinzpolitiker im Ältestenrat, die verfallenden Dörfer und Häfen ringsum. Schon in römischer Zeit war die einstige Großmacht bedeutungslos geworden, später plünderten Goten und Awaren die Stadt, und ein Großteil der Bevölkerung zog nach Mani oder in die Küstenfestung Monemvasia. Heute ist das 1836 von Otto I., dem ersten neuzeitlichen Griechenkönig aus dem bayerischen Fürstengeschlecht der Wittelsbacher, neu gegründete Sparta wieder ein blühender Ort. Aber die wenigsten Touristen kommen hierher, um in den rechtwinklig angelegten Straßen zu flanieren oder die Reste der antiken Großbauten auf dem Akropolishügel zu betrachten. Für die allermeisten ist Sparta nur eine Zwischenstation. Sie wollen das Weltwunder des byzantinischen Spätmittelalter sehen. Sie wollen nach Mistra.

          Welterbe auf dem Hügel: die Agios-Nikolaos-Kirche in der Oberstadt von Mistra bei Sparta
          Welterbe auf dem Hügel: die Agios-Nikolaos-Kirche in der Oberstadt von Mistra bei Sparta : Bild: © Reinhard Schmid/Schapowalow

          Wenn man in einem Satz zusammenfassen wollte, was den Zauber von Mistra ausmacht, müsste man wohl sagen: Es ist ein zweites Florenz, nur als Ruine und in die Vertikale verlegt. Eine Stadt auf einem Berg, voller Kirchen, Paläste, Säulengänge, Brunnenhäuser, Gärten, Mauern, Türme, gekrönt von einer Ritterburg; ein einmaliges Amalgam aus Mittelalter und Renaissance. Im 14. und 15. Jahrhundert lebten 40 000 Menschen in der Metropole über dem Eurotas-Tal, Griechen und Franken, orthodoxe und katholische Christen. Damals stand die Wiedervereinigung von West- und Ostkirche zur Rettung des todkranken byzantinischen Kaiserreichs zur Debatte. Die Despoten von Morea, also die Regenten der griechisch beherrschten Peloponnes, betrieben sie von ihrer Residenz in Mistra aus nach Kräften. Deshalb zeigen alle großen Kirchen Mistras ein Doppelgesicht: Über einer Basilika nach westeuropäischem Vorbild erhebt sich ein Kreuzkuppelbau im östlichen Stil.

          Die schönste dieser Kirchen bildet den Mittelpunkt des Pantanassa-Klosters im Südosten des Ruinengeländes. Ihr Glockenturm und die Südfassade sind mit gotischen Bogenfenstern geschmückt, die Wände und Kuppeln im Inneren fast vollständig mit Fresken bedeckt. Die Feuchtigkeit, die im Winter aus dem sumpfigen Tal heraufzieht, hat die Gesichter der Figuren teilweise zerstört, aber die prunkende Farbigkeit der Gewänder und Kulissen ist geblieben. Wie in den Bildprogrammen der italienischen Gotik tritt man in ein fließendes Universum von Geschichten und Gestalten, aber in Mistra sind die ruhigen Formen eines Giotto oder Cimabue zugleich spätgotisch verwirbelt und byzantinisch verfremdet. In der Jesusfigur der „Himmelfahrt“ und der Maria der „Geburt Christi“ kreuzen sich antiker Faltenwurf und westliche Expressivität.

          Bild: F.A.Z.

          Der Gründer des Klosters, Johannes Phrangopoulos, hatte venezianische Vorfahren und diente den griechischen Herrschern der Morea in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Generalgouverneur. Seine Kirche ist, so gesehen, der Schnappschuss einer verpassten welthistorischen Gelegenheit: des Bündnisses zwischen Byzanz und Westeuropa, das von Gelehrten immer wieder beschworen und von religiösen Dogmatikern hintertrieben wurde und das nach der türkischen Eroberung von Konstantinopel und der Morea endgültig zerbrach.

          Mistra aber blühte unter den Osmanen weiter. Erst im griechischen Freiheitskampf wurde die Stadt von den Truppen Ibrahim Paschas erobert und zerstört. Die überlebende Bevölkerung siedelte ins neu gegründete Sparta über. Seit 1989 ist die Stätte Unesco-Weltkulturerbe. Und wie in Messene wird auch hier kräftig rekonstruiert. Die Paläste der Kantakuzenen und der Palaiologen, der beiden griechischen Herrscherfamilien, die einander auf dem Thron der Morea ablösten, sind schon fast fertig, einige Bürgerhäuser sollen folgen. Wer an einem Winternachmittag vom fränkischen Kastell auf der Bergspitze zum äußeren Mauerring absteigt, braucht dennoch festes Schuhwerk: Die byzantinische Großstadt war auf Verteidigung eingerichtet, nicht auf Flaneure. Im Hof der alten Hauptkirche, der Mitropolis, wartet dafür ein prächtig skulptierter Sarkophag auf die Ruinenkletterer. Er zeigt eine Prozession zu Ehren des Weingottes Dionysos. Die Antike ist hier überall. So wie die Ölbäume, deren knorrige Stämme den Reisenden auf dem Weg zurück nach Sparta begleiten.

          Der Weg nach Griechenland

          Anreise Aegean Airlines fliegt von Düsseldorf, Hamburg und Berlin einmal täglich nach Athen, ab München zweimal. Direkt nach Kalamata geht es ab Düsseldorf und München (aegeanair.com).

          Unterkunft Ein günstig gelegenes Strandhotel in der Bucht von Kalamata ist das „Elite City Resort“ (https://www.elite.com.gr/); das schönste Hotel hoch über der Bucht von Itylo ist das „Petra & Fos“ (petrafoshotel.com).

          Essen Zum Abendessen in der Bucht: Restaurant „Kourmas“, Limeni, Tel. 00 30/27 33/05 14 58.  Für Souvlaki-Esser empfehlenswert ist der Imbiss „Tzimis Souvlaki“ in der Altstadt, Agion Apostolon Square, Kalamata, Tel. 00 30/27 21/02 39 99. Strandspaziergänger in Kardamili gehen ins Restaurant „Elies“, Tel. 00 30/27 21/07 31 40.

          Weitere Informationen finden sich unter discovergreece.com.

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