Geburtstag der Woche : Pariser Couture in der Kabine

Seit ihrer Gründung vor neunzig Jahren hat die Air France nicht nur Luftfahrt-, sondern auch Modegeschichte geschrieben.
Wenn Air France in diesem Monat neunzig Jahre alt wird, ist das nicht nur ein Fall für Luftfahrthistoriker. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Unternehmen auch um die französische Mode verdient gemacht, vor allem seit 1946, als die ersten Flugbegleiterinnen ihren Dienst an Bord der Air-France-Flotte antraten. Während die Uniformen der ersten Stewardessen in ihrer Schnörkellosigkeit noch an fliegende Sanitäterinnen erinnerten, bekam das Modehaus Georgette de Trèze Anfang der Fünfzigerjahre den Auftrag, eine moderne, femininere Uniform zu entwerfen. Sie sollte Pariser Eleganz in die Kabine transportieren. Anfang der Sechziger wurde die Verbindung zwischen französischer Luftfahrt und Pariser Couture noch enger: Marc Bohan entwarf für Christian Dior eine Uniform in hellem Blau und ersetzte die Baskenmütze durch eine Kappe mit Air-France-Wappen.
Ende der Sechzigerjahre zog der Minirock auch an Bord der Air France ein. Cristobal Balenciaga entwarf Outfits, die, dem Zeitgeist entsprechend, einen modernen, aeronautischen Twist hatten. Allerdings beschwerten sich die Flugbegleiterinnen, dass die Designer keine Rücksicht auf ihre Arbeitsbedingungen nähmen. Nachdem sich die Uniformen in den Siebzigerjahren in poppigem Orange und geometrischen Mustern zeigten, wurde es Ende des Jahrzehnts in der Kabine wieder weicher und femininer. Nina Ricci, Carven und Grès stellen eine Garderobe zusammen, aus der sich die Flugbegleiterinnen ihre Lieblingsstücke auswählen konnten. Die klassischen Farben von Air France, Blau und Rot, bekamen ein dynamisches Rot an die Seite gestellt. Nach dem Zusammenschluss der Air France mit der niederländischen KLM im Jahr 2004 entwarf Christian Lacroix eine neue Uniform, die beide Identitäten vereinen sollte. Heute können sich die Flugbegleiter und -begleiterinnen ihre Uniform aus hundert Teilen selbst zusammenstellen.
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