Hohe Kunst des Savoir-vivre : Gibt es im Himmel guten Wein?

Die vollkommene Harmonie von Geschichte, Gegenwart und Genuss: Auf der Route des Glücks durch das Burgund kommt man Frankreichs Seelengrund ganz nah – und will am liebsten nie wieder weg.
Ein Heiligtum betreten wir, einen Tempel, einen Schrein, eine Ruhmeshalle. Kaum setzen wir den Fuß über die Schwelle des Relais & Châteaux Bernard Loiseau in Saulieu, befinden wir uns nicht nur in einem luxuriösen Hotel mit einem legendären Restaurant, sondern auch in einem Mythos – und werden sogleich in den Saal der Geschichte neben der Rezeption geführt, der mit Menükarten, Zeitungsartikeln und Schwarz-Weiß-Fotografien aus den goldenen Glanzzeiten der französischen Haute Cuisine tapeziert ist. Denn unser Heiligtum liegt an der Route nationale 6, die Paris mit der Côte d’Azur verbindet und an der sich schon früh die besten Restaurants Frankreichs für die Pioniere unter den Feinschmecker-Automobilisten wie an einer Perlenkette aneinanderreihten – vom Reifenhersteller Michelin in einem kleinen roten Führer aufgelistet. Auf einem vergilbten Foto mit drei feist-fröhlichen Herren erkennen wir Jacques Dumaine aus Saulieu, Fernand Point aus Vienne, André Pic aus Valence, drei Heldengestalten der Grande Cuisine, allesamt mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Und eine Fotogalerie versammelt die Prominenz, die in Saulieu auf dem Weg zum Mittelmeer speiste, Pablo Picasso und Salvador Dalí, Gary Cooper und Rita Hayworth, Ernest Hemingway und Charlie Chaplin, erlesener könnte unsere Gesellschaft nicht sein.
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