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Gründerserie : Eine faire Pflege für Oma und Opa

  • -Aktualisiert am

Jan Müntinga, Simon Spangenberg, Oliver Weiss und Benjamin Krill (von links) Bild: Verena Müller

Viele Ältere wollen in ihren eigenen vier Wänden gepflegt werden. Richtige Pfleger zu finden ist keine einfache Aufgabe. Das Start-up Mecasa hat eine Lösung zu bieten.

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          Der Mangel an Betreuungskräften in Deutschland ist immens. Die Corona-Krise hat das Problem in den letzten Monaten noch verschärft, weil ausländische Kräfte zeitweise nur schwer aus ihren osteuropäischen Heimatländern herausgekommen sind. Das Problem trifft gleichfalls Betreuungshilfen, die sich in Familien um pflegebedürftige Angehörige kümmern. Die Schwierigkeiten kennen auch die vier Gründer der in Stuttgart ansässigen Mecasa GmbH.

          Das im Jahr 2016 gegründete Unternehmen um Oliver Weiss, Simon Spangenberg, Benjamin Krill und Jan Müntinga entwickelte mit der Universität Heidelberg gemeinsam ein ausgeklügeltes System, mit dessen Hilfe deutsche Senioren und osteuropäische Betreuungskräfte in möglichst passenden und somit gut harmonisierenden Kombinationen zueinanderfinden sollen.

          Der 30 Jahre alte Volkswirt Weiss und der gleichaltrige Betriebswirt Spangenberg sowie der etwas später dazugekommenen Müntinga, ein 40 Jahre alter Werbefachmann und der 38-jährige Informatiker Krill gründeten das Unternehmen aus den Erfahrungen mit den eigenen Eltern und Großeltern heraus. Mit dem Bereich Betreuung hatten sie beruflich vorher nichts zu tun.

          „Es geht um Betreuung und Versorgung im eigenen Haus“

          Der Name Mecasa ist von dem spanischen „Mi casa“ – „Mein Haus“ – hergeleitet. „Es geht um Betreuung und Versorgung im eigenen Haus“, sagt Weiss, der zusammen mit Spangenberg einer der beiden Geschäftsführer des inzwischen aus neun Mitarbeitern bestehenden Start-ups ist. Es arbeitet mit Partnerunternehmen in Polen, Bulgarien und Rumänien zusammen, bei denen die Kräfte ordnungsgemäß angestellt sind und die dann nach Deutschland geschickt werden. Mecasa wiederum ist in Deutschland Ansprechpartner für die Senioren und die Familien.

          Das Unternehmen schaut im Vorfeld danach, dass Betreuungskraft und die Senioren zueinander passen. Oftmals scheitere die Betreuung am Zwischenmenschlichen, sagt Müntinga. Es habe schon den Fall gegeben, dass in der Nacht um 3 Uhr das Telefon geklingelt habe und sich ein Senior und seine Betreuungskraft heftig stritten, fügt Weiss hinzu. Natürlich werde im Vorfeld in Gesprächen die Pflegesituation und die persönlichen Erwartungen von beiden Seiten zu klären versucht, aber man sei kein Hellseher, ob das Duo dann wirklich harmoniere, sagt der Volkswirt weiter.

          Umsatz von rund 150.000 Euro

          Um ein Scheitern der Betreuung zu verhindern, setzt das Quartett auf die Wissenschaft und entwickelte seit dem Frühjahr 2018 mit dem Psychologen Dirk Hagemann von der Universität Heidelberg ein sogenanntes Matching-System, um in Zukunft nur noch Pflegebedürftige und Betreuungskräfte mit zueinander passenden Persönlichkeiten, vergleichbaren Interessen und verwandtem Humor zusammenzuführen. Da werden in einem Fragebogen die unterschiedlichsten Punkte abgefragt:

          Da geht es beispielsweise um Charaktereigenschaften und darum, welche Wünsche die zu betreuende Person an die Betreuungskraft im Bereich Gesprächigkeit und Kommunikation hat. So werde danach gefragt, ob man eine sehr gesprächige Person wolle, die gerne und viel rede, oder eine durchschnittlich gesprächige Kraft, die auf eine ausgeglichene Kommunikation Wert lege, oder eine wenig gesprächige Betreuungskraft, die sich zurückhalte und eher zuhöre, als selbst rede.

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